Max.
So muß ich dich verlassen, von dir scheiden!
Thekla.
Wie du dir selbst getreu bleibst, bist du's mir.
Uns trennt das Schicksal, unsre Herzen bleiben einig.
Ein blut'ger Haß entzweit auf ew'ge Tage
Die Häuser Friedland, Piccolomini,
Doch wir gehören nicht zu unserm Hause.
—Fort! Eile! Eile, deine gute Sache
Von unsrer unglückseligen zu trennen.
Auf unserm Haupte liegt der Fluch des Himmels,
Es ist dem Untergang geweiht. Auch mich
Wird meines Vaters Schuld mit ins Verderben
Hinabziehn. Traure nicht um mich, mein Schicksal
Wird bald entschieden sein.
(Max faßt sie in die Arme, heftig bewegt. Man hört hinter der
Szene ein lautes, wildes, langverhallendes Geschrei: "Vivat
Ferdinandus!" von kriegerischen Instrumenten begleitet. Max
und Thekla halten einander unbeweglich in den Armen.)
Zweiundzwanzigster Auftritt
Vorige. Terzky.
Gräfin. (ihm entgegen)
Was war das? Was bedeutete das Rufen?
Terzky.
Es ist vorbei, und alles ist verloren.
Gräfin.
Wie, und sie gaben nichts auf seinen Anblick?
Terzky.
Nichts. Alles war umsonst.
Herzogin.
Sie riefen Vivat.
Terzky.
Dem Kaiser.