Wallenstein.
Der Kaiser hat mich bis zum Äußersten
Gebracht. Ich kann ihm nicht mehr ehrlich dienen.
Zu meiner Sicherheit, aus Notwehr tu ich
Den harten Schritt, den mein Bewußtsein tadelt.

Wrangel.
Ich glaub's. So weit geht niemand, der nicht muß.
(Nach einer Pause.)
Was Eure Fürstlichkeit bewegen mag,
Also zu tun an ihrem Herrn und Kaiser,
Gebührt nicht uns zu richten und zu deuten.
Der Schwede ficht für seine gute Sach'
Mit seinem guten Degen und Gewissen.
Die Konkurrenz ist, die Gelegenheit
Zu unsrer Gunst, im Krieg gilt jeder Vorteil,
Wir nehmen unbedenklich, was sich bietet;
Und wenn sich alles richtig so verhält—

Wallenstein.
Woran denn zweifelt man? An meinem Willen?
An meinen Kräften? Ich versprach dem Kanzler,
Wenn er mir sechzehntausend Mann vertraut,
Mit achtzehntausend von des Kaisers Heer
Dazuzustoßen—

Wrangel.
Euer Gnaden sind
Bekannt für einen hohen Kriegesfürsten,
Für einen zweiten Attila und Pyrrhus.
Noch mit Erstaunen redet man davon,
Wie Sie vor Jahren, gegen Menschendenken,
Ein Heer wie aus dem Nichts hervorgerufen.
Jedennoch—

Wallenstein.
Dennoch?

Wrangel.
Seine Würden meint,
Ein leichter Ding doch möcht' es sein, mit nichts
Ins Feld zu stellen sechzigtausend Krieger,
Als nur ein Sechzigteil davon
(er hält inne)

Wallenstein.
Nun, was?
Nur frei heraus!

Wrangel.
Zum Treubruch zu verleiten.

Wallenstein.
Meint er? Er urteilt wie ein Schwed' und wie
Ein Protestant. Ihr Lutherischen fechtet
Für eure Bibel, euch ist's um die Sach';
Mit eurem Herzen folgt ihr eurer Fahne.—
Wer zu dem Feinde läuft von euch, der hat
Mit zweien Herrn zugleich den Bund gebrochen.
Von all dem ist die Rede nicht bei uns—

Wrangel.
Herr Gott im Himmel! Hat man hierzulande
Denn keine Heimat, keinen Herd und Kirche?