Schutzfarben und Nutztrachten
Ein schöner Sommertag ladet uns zu einem Besuch des Zoologischen Gartens in Berlin ein. Wir durchwandern die herrlichen, parkartigen Anlagen und erfreuen uns an dem reichen Tierbestand, der dank der eifrigen Fürsorge des langjährigen, verdienstvollen Direktors, Geheimrats Heck, die schweren Gefahren der Inflationszeit glücklich überwunden hat und wieder auf einer Höhe steht, die dem alten Ruhm dieses Instituts volle Ehre macht. Zum Schluß betreten wir das Aquarium, um die reichhaltige Sammlung an Reptilien, Amphibien und Fischen, die alle Weltteile und Weltmeere umfaßt, kennenzulernen. Im obersten Stockwerk befindet sich das Insektarium. Wir stehen vor einem großen Glasbehälter, der mit frischen Zweigen ausgeschmückt ist und einem kleinen Wald gleicht. Die Aufschrift des Namensschildes lautet: „Indische Stabheuschrecken“.
Wir sehen zunächst kein Tier. Erst bei näherer Betrachtung fällt uns plötzlich die Bewegung eines Gegenstandes auf, den wir bisher für einen Zweig hielten. Langsam lösen sich lange, spinnenartige Füße aus dem Blätterwerk, die einen langgestreckten, dünnen Körper tragen, der einem Pflanzenstengel gleicht. Jetzt erblicken wir in dem dichten Blättergewirr überall solche eigenartigen Tiergestalten, deren Körper so sehr einem Zweig gleicht, daß er in der Umgebung völlig verschwindet. Die Wirkung wird noch durch die braungrüne Farbe der Tiere erhöht.
James’ Preß Agency, London
Abbildung 25
Kragenechse
oben mit zusammengefaltetem Kragen
unten mit aufgespanntem Kragen in Abwehrstellung
James’ Preß Agency, London
Abbildung 26
Kugelfisch
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GRÖSSERES BILD
Mimikry