An dem gleichen Pfeiler hoch über diesem Kreuzigungsrelief der S. 42 erwähnte Kopf (Meisterkopf?).
Die Brauttüre oder „Ehetür“. In den Leibungen des Portales und unmittelbar neben demselben auf Sockeln und Konsolen die halblebensgroßen Figuren der fünf klugen (links) und der fünf törichten Jungfrauen (rechts) (Abb. [66]) mit Spuren alter Bemalung. Die letzte der linksstehenden Figuren stammt aus der Neuzeit.
Die Statuen gehören der Schule des Meisters vom südlichen Portal an, ebenso die Tierfiguren an den vier Konsolen. Es zeigt sich noch die Feinheit und der weiche Fluß in der Gewandbehandlung, dagegen bereits Eintönigkeit in Haltung und Köpfen. Mit Konsolen und Baldachinen aus der Zeit des Portales, etwa 1315 bis etwa 1320.
Derselben Zeit gehören an zu beiden Seiten des Türbogens die halblebensgroßen Figuren des Adam und der Eva, die ersten nackten Gestalten in der Nürnberger statuarischen Plastik, mit den Wappen der Muffel und Vorchtel und am Scheitel des Bogens das Brustbild des segnenden Christus. In den Zwickelfeldern Prophetengestalten in Relief.
Erst gegen Ende der vierziger Jahre des 14. Jahrhunderts wurde die Brauttüre durch ein zwischen die beiden Strebepfeiler eingespanntes Maßwerk zu einer Portalhalle umgestaltet.
Die Hauptteile desselben bilden ein Spitzbogen und ein demselben eingefügter Halbkreisbogen, die äußeren Zwickel des Spitzbogens sind rechteckig eingerahmt. Die leeren Flächen sind mit zierlichen, durchbrochen gearbeiteten Ornamenten ausgefüllt und der Halbkreisbogen unten mit einem ebenfalls zierlichen, durchbrochen gearbeiteten Bogenfries besetzt. Das Gesims des Spitzbogens ist mit Krabben besetzt. Weibliche Figuren tragen die Konsolen, auf welchen das Ganze zu ruhen scheint.
Zu beiden Seiten des Maßwerks zwei dreiviertellebensgroße Figuren, neue Kopien von Statuen aus der Zeit um 1430: links die hl. Maria mit dem Christuskind, unten das Wappen der Topler, rechts der hl. Sebald mit dem Wappen der Schnöden. Die Originale befinden sich im Innern der Kirche.
An der Westwand der großen Sakristei die überlebensgroße Statue eines Christus mit den Wundmalen. Christus hält mit der Linken die Mantelenden und weist mit der Rechten auf die Seitenwunde. An der Konsole halten zwei menschliche Gestalten das Wappenschild der Rieter. Mit Konsole und Baldachin aus der Zeit um 1400. Die Figur ist eine Kopie; das Original befindet sich in der Kirche.
An der Nordseite der Sakristei Darstellung der Gregoriusmesse, daneben ein Relief der Verkündigung Mariä mit dem Helmschmuck der Muffel. Beide Reliefs, von denen das erstere heute durch eine Kopie ersetzt ist (Original im Lapidarium), befanden sich bis zur letzten Wiederherstellung der Kirche in der Nähe des Treppentürmchens am nördlichen Turm.
Links von der Brauttüre um die ganze Sakristei herum die meisten der sogenannten Wetzrillen, über deren Bedeutung sich die Wissenschaft bisher nicht klar ist. Sie finden sich auch sonst an der Kirche, namentlich an den Portalen.[VIII]