„Um so angenehmer für mich,“ meinte Münchhausen; „aber wollen wir uns nicht setzen?“ und damit ließ er sich auf seine Fettpolster plumpsen.

25. Eine seltsame Welt.

Der Tag begann zu grauen. Rosige Wölkchen schwebten über dem Horizont und bald darauf leuchteten die fernen Berggipfel auf, vom flüssigen Gold der ersten Sonnenstrahlen umrandet.

Münchhausen und Mietje schauten umher.

Welch eine sonderbare Landschaft! Berg und Tal, Hügel und Ebenen, Wasserfälle und Bäche, — nun, das mutete nicht besonders fremdartig an, obgleich ein kleiner Wasserfall, der im nahen Hintergrund über einen niedern Felsblock herabschäumte, bereits ein Rätsel aufgab.

Das Wasser spritzte nämlich so hoch auf und dichte Schaumflocken schwammen gleichsam in der Luft, daß man dieses Schauspiel wohl begriffen hätte, wenn sich das Wasser aus hundert Meter Höhe herabgestürzt hätte, nicht aber, wo es sich um höchstens drei oder vier Meter handeln konnte.

„Nanu!“ sagte Münchhausen verblüfft: „Dieser Zwerg von einem Wasserfall gebärdet sich ja wahrhaftig, als wollte er mit dem Niagara oder Mosi-oa-tunia, den Viktoriafällen des Sambesi in unlautern Wettbewerb treten.“

Weit befremdlicher aber noch erschien die Pflanzenwelt: was bei Nacht als mannshohes Schilf erschienen war, erwies sich nun bei Tageshelle als Gras. Da ragten grüne Büschel von zwei Meter Höhe, darüber wiegten sich Halme mit mächtigen Samenrispen; die Gräser waren mehr als handbreit, die Halme mehr als daumendick und der Hochwald dahinter schien aus krautartigen Gewächsen zu bestehen mit ungeheuren saftigen Stengeln und Blättern, deren geringste die Bananenblätter weit an Größe übertrafen. Dazwischen schossen Blumen empor, die sich wie Sonnenschirme ausbreiteten oder wie Kirchenglocken herabhingen.