„Na! probieren Sie’s; aber Sie werden noch an mich denken!“
So begab sich der Professor in die Hängematte des Antipodenzimmers und gab das Zeichen zur Abfahrt, worauf er alsbald aus dem Netze flog und mit der Nase auf das Fenster zu liegen kam. Bei jedem Zeichen, das er gab, wechselte er seine Lage zwischen Matte und Zimmerdecke; aber mannhaft ertrug er das Ballspiel, das die Sannah mit seinem Körper aufführte, und fand die jedesmalige Veränderung der Perspektive hochinteressant.
Aber, was war das? Plötzlich verschwand der Saturn wie ein Blitz unter ihm und war nirgends mehr zu sehen!
Schultze rieb sich die Augen, er strengte seine ganze Sehkraft an: entzog ihm nur der plötzliche Einbruch der Nacht den Anblick des Planeten? Aber die Sannah hatte sich ja beim Aufstieg auf der Tagesseite, zwischen der Sonne und der Saturnbahn befunden: so lange die Fliehkraft eingeschaltet war, mußte der Planet dem Weltschiff stets die sonnbeschienene Seite zukehren, weil er sich unter ihm drehte, ohne daß es an seiner Rotation teilnahm.
Bei ständig geschlossenem Strom hätte es immerhin einige Stunden dauern müssen, bis die Nacht eingetreten wäre.
Das also konnte es nicht sein, und doch war weit und breit nichts zu sehen als der dunkle Weltraum; die Sonne leuchtete ja der Sannah auf der andern Seite, im Antipodenzimmer herrschte tiefste Nacht.
So verblüfft war der Professor durch dieses völlig unerwartete und unerklärliche Ereignis, daß er lange Zeit nur seine Augen und sein Gehirn anstrengte, ohne weder etwas sehen zu können, noch des Rätsels Lösung zu finden.
Endlich fiel ihm ein, daß das Vernünftigste wäre, rasch den Strom unterbrechen zu lassen, damit die Sannah durch die Wirkung der Anziehungskraft womöglich dem verschollenen Gestirn wieder nahe komme.
Er gab das entsprechende Zeichen mehrmals: ganz umsonst! Ruhig blieb er im Netze liegen, der Schwerpunkt der Sannah blieb unverändert im Mittelpunkt des Fahrzeugs.
Da mußte etwas nicht in Ordnung sein, vielleicht gelang es dem Lord nicht, die Fliehkraft abzustellen.