„Wir wollen uns auf unser Ende vorbereiten,“ erwiderte Flitmore dumpf: „Es ist keine Hoffnung mehr für uns, mit dem Leben davonzukommen, die nächsten Stunden bringen den Tod.“

„Kein Sauerstoff mehr da?“ fragte der Kapitän.

„Ein großes Meteor hat die Sannah gestreift und ihre Umhüllung zertrümmert und zwar mußte es gerade unsre letzte Sauerstoffkammer sein, deren Decke durchlöchert wurde. Natürlich ist alles in den leeren Raum entwichen. Als ich die Ventile öffnen wollte, erfolgte gerade der Krach. Ich ahnte, was geschehen und blickte durch das Seitenwandfenster in den Raum, der durch das Licht des Kometen erhellt wurde, das durch die zertrümmerte Decke eindringt.“

Eine tiefe Niedergeschlagenheit bemächtigte sich aller. Nur John entfernte sich stillschweigend. Er wußte eigentlich selber nicht, warum; doch gedachte er, sich den Schaden zu besehen und einen Rundgang durch das Weltschiff zu machen, um festzustellen, ob sonst alles in Ordnung sei.

In Ordnung! Ja, wenn nur Luft dagewesen wäre! Es war eine mühsame Wanderung durch die sauerstoffleeren Räume und oft drohten dem Diener die Kräfte zu versagen; doch heldenmütig schleppte er sich weiter.

Im Nordpolzimmer sah er die beiden Schimpansen sterbend am Boden liegen. Sie dauerten ihn.

Er richtete die treuen Tiere auf, die sich krampfhaft an ihn festklammerten.

„Ihr sollt nicht so lange leiden müssen,“ sagte er: „Wir wollen alle drei hinaussteigen, wo gar keine Luft ist, dann sind wir gleich tot!“

Gleichzeitig begab er sich zur Lucke, um sich mit den Affen in den leeren Raum zu stürzen, denn er war der Meinung, sie würden hinabfallen; die Anziehungskraft des Mittelpunktes der Sannah, die ihn an der Oberfläche der Umhüllung festhalten würde, hatte er nicht begriffen.

Es waren durchaus keine Selbstmordgedanken, die John zu diesem anscheinend so verzweifelten Schritte trieben; klare Gedanken vermochte er überhaupt nicht mehr zu fassen, da das Blut dumpf in seinen Schläfen hämmerte, seine Lunge keuchte und röchelte, und seine Kiefer umsonst nach Luft schnappten. Ein dunkler Nebel umfing seine Sinne. Aber der gleiche Gedanke, der Mietje bewogen hatte, sich opfern zu wollen, dämmerte auch im Hintergrunde von Johns Seele, als er zur Lucke hinaufkletterte: er wollte von dem letzten Restchen Luft seinem Herrn nichts mehr wegatmen. Und dann war es noch das Mitleid mit Dick und Bobs, die ein rasches Ende finden sollten.