„Oho!“ rief Münchhausen. „Ich selber würde es für töricht und unschön halten, meinem jungen Freund unnötigerweise falsche Anschauungen beizubringen, wo es sich um Dinge handelt, die ihm fremd sind. Mit dem Kometen war ja das anders, da wußte er selber Bescheid, aber wenn ich ihm von der Erde erzähle, halte ich mich grundsätzlich streng an die Wahrheit.“

„Fabelhafte Behauptung! Das also nennen Sie Wahrheit, wenn sie die hüpfenden Mammuts dieses Planeten dadurch überbieten wollen, daß sie von irdischen Rüsseltieren mit sechs Beinen und mit Flügeln erzählen, Tieren, die mit dem Kopf nach unten an einer überhängenden Felswand festzusitzen vermögen? Und von solchen, die sechzig- bis hundertmal so hoch springen als ihre Körperhöhe beträgt?“

„Sie setzen mich wahrhaftig in Erstaunen, Professor,“ erwiderte Münchhausen mit geheuchelter Verwunderung. „Ich meine, Sie sind Doktor der Naturwissenschaften und Professor der Zoologie? Ist es wirklich möglich, daß Sie trotzdem so unwissend auf diesen Gebieten sind, daß Ihnen nicht einmal die alltäglichsten Geschöpfe bekannt sind, die sonst jedes Kind auf Erden kennt, während sie hier auf Eden ihresgleichen nicht haben? Sollte man es glauben? Professor Schultze weiß nichts von Schnaken und Flöhen!“

Jetzt hatte der Kapitän die Lacher auf seiner Seite und Schultze bekannte kleinlaut: „Na, oller Witzbold, mit Ihnen ist schlecht anbinden; diesmal haben Sie mich eklig hereingelegt.“

50. Abschied.

Es war eine schöne, ja eine selige Zeit, die unsere Freunde auf Eden verbrachten.

Immer besser lernten sie die verklärten Menschen dort oben kennen, immer höher sie schätzen, und im Umgang mit diesen durch und durch edlen Wesen schien es ihnen, als streiften sie selber alle irdischen Mängel mehr und mehr ab.

Auch rein körperlich hatten sie dieses Gefühl; denn so gesund, wohl und frisch, so geistig angeregt und lebendig hatten sie sich in ihrem Leben nie gefühlt, wie in den Wochen und Monaten, die sie hier zubrachten.