„Oho, Sie sind’s, Professor?“ sagte der Lord, sich umwendend. „Sie sind zu früh dran; erst in einer halben Stunde kommt die Wache an Sie.“

„Na! Ich habe die zwei Stunden famos geschlafen und fühle mich ganz munter; so wollte ich Ihnen die letzte Zeit Ihrer Wache Gesellschaft leisten; aber Sie werden müde sein; legen Sie sich nur gleich, wenn Sie wollen, ich bin ja auf dem Posten.“

„Ich fühle nichts von Müdigkeit; ich bin es gewohnt, lange zu wachen.“

„Also bis zum Neptun können wir reisen, wenn ich Sie recht verstand? Das ist ja famos!“

„Für mich bedeutet es vielmehr eine Enttäuschung: ich wünschte die Welträume jenseits unsres Sonnensystems zu erforschen; aber das scheint nun ausgeschlossen, denn wir würden bei einer Geschwindigkeit von nur 300 Kilometern in der Sekunde so beiläufig 4500 Jahre brauchen, um den nächsten Fixstern Alpha Centauri zu erreichen.“

„Na, wissen Sie, Lord, wenn wir uns hier in der Unendlichkeit bewegen, außerhalb des Bereichs irdischer Naturgesetze, so ist es ja wohl gar nicht ausgeschlossen, daß wir einige tausend Jahre alt werden,“ scherzte Schultze.

„Und auf leibliche Nahrung und Atmung in gesunder Luft dabei verzichten können,“ ergänzte Flitmore. „Kann sein! Denn was ein Professor für möglich hält, muß sein können. Aber ich fürchte, wir würden an Langerweile zu Grunde gehen, wenn wir viereinhalb Tausend Jährlein durch den leeren Raum reisen wollten.“

„Hören Sie, Lord,“ sagte Schultze unvermittelt: „Die Sonne wird merkwürdig klein!“

Er hatte einen Blick zum Fenster hinausgeworfen und zu seiner Verblüffung bemerkt, daß die Sonnenscheibe kaum noch halb so groß erschien, wie gewöhnlich und auch an Glanz in ähnlichem Verhältnis abgenommen hatte.

Bei einer Geschwindigkeit von 360000 Kilometern in der Stunde war diese Erscheinung ein Rätsel: vier bis fünf Tage von 24 Stunden hätte normalerweise die Fahrt währen müssen, bis die Sonne in solcher Entfernung sich zeigte.