„Wir nähern uns dem Mars mit großer Geschwindigkeit“, erwiderte seine Gattin.

Flitmore stand auf: „Lassen Sie uns sehen, meine Herren“, sagte er, und alle folgten ihm in eines der Äquatorialzimmer, von dem aus die Lady den Planeten beobachtet hatte.

9. Der Mars.

Die Sannah, die seit der vergangenen Nacht, wenn man von einer Nacht reden konnte, nicht mehr von dem Strom der Fliehkraft durchkreist wurde, befand sich in der Anziehungssphäre des Planeten, der seit lange den Beobachtungseifer und die Phantasie der Astronomen am meisten angeregt hat.

Man war ihm schon so nahe, daß man die größeren Gebilde seiner Oberfläche deutlich unterscheiden konnte, ohne das Fernrohr zu benutzen.

„Da hört sich ja alle Wissenschaft auf!“ war das erste, was Schultze überrascht und enttäuscht ausrief: „Soll das wirklich der Mars sein? Wo sind denn die Kanäle, meine geliebten Kanäle, die ich so fleißig beobachtet und mit solcher Zärtlichkeit studiert habe, das Wunder, das Rätsel des Mars?“

Von Kanälen war in der Tat keine Spur zu sehen.

Flitmore meinte, zum Professor gewendet: „Ich habe nie recht an jene merkwürdigen Kanalbildungen glauben können und vermutete, daß es sich um optische Täuschung handle. Der Mars ist bedeutend kleiner als unsre Erde, sein Halbmesser beträgt wenig mehr als die Hälfte des ihrigen; seine Polarregionen sind von ungeheurer Ausdehnung, namentlich im Winter. Und nun sollen die mutmaßlichen Bewohner des kleinen bewohnbaren Erdstrichs das Land mit einem gewaltigen Netz ungeheurer Kanäle durchzogen haben?“