Mietje erhub nun die Frage: „Wie lange wird die Nacht hier dauern.“

„Nicht viel länger als eine gewöhnliche Erdennacht,“ belehrte sie Schultze: „Der Mars dreht sich um seine Achse in 24 Stunden, 37 Minuten und 22½ Sekunden. Dagegen sind die Jahreszeiten dahier verhältnismäßig lang: ein Marsjahr hat 668 Marstage, was etwa 682 Erdentagen entspricht. Auf der nördlichen Halbkugel, auf der wir uns befinden, hat der Frühling 191, der Sommer 181, der Herbst 149, der Winter 117 Marstage; auf der südlichen Halbkugel sind Frühling und Sommer viel kürzer, nämlich 149 und 147 Tage, aber auch viel heißer, weil der Planet in dieser Zeit der Sonne am nächsten kommt; der Herbst und Winter mit 191 und 181 Tagen sind dagegen dort um so kälter, da sie mit der Sonnenferne des Mars zusammenfallen.“

Nach eingenommenem Mahl wurden die Nachtwachen verteilt, und dann begab man sich zur Ruhe.

11. Die Schrecken des Mars.

Heinz hatte die zweite Nachtwache.

Ihm war etwas unheimlich zumut auf diesem fremden Weltkörper, der völlig neue und unbekannte Gefahren bergen mochte. Eigentliche Angst hatte der junge Mann zwar nicht, dazu besaß er zuviel persönlichen Mut, verbunden mit körperlicher und geistiger Gesundheit; aber eines eigentümlichen, beklemmenden Gefühls konnte er sich nicht erwehren.

Das Lager befand sich auf einem breiten Hügelrücken, auf dem die Sannah gelandet war und der sich ins Unendliche zu erstrecken schien. Ebenso unendlich hatte bei Tageslicht der Sumpf ausgesehen, der die etwa 200 Kilometer breite Vertiefung zwischen dieser und der nächsten Hügelkette ausfüllte.

Und diese sumpfige Niederung schien bei Nacht in unheimliche Lebendigkeit zu geraten.