Vor dem neuentdeckten Hause nun saß ein steinaltes Männlein, dessen Doppelschädel den Eindruck machte, als trage er eine Mütze aus Eisbärenfell; denn schneeweis war sein dichtes Pelzhaar, das zottig herabhing, jedoch nicht länger als es bei einem Tierpelz zu wachsen pflegt.

Ein ebenso zottiger kurzer Bart umrahmte sein Gesicht.

Mit den großen, gescheiten Augen betrachtete er die Ankömmlinge, offenbar sehr interessiert, aber durchaus nicht mit der Verwunderung oder gar dem Entsetzen, welche diese sich geschmeichelt hatten, bei dem ersten Marsbewohner zu erregen, der ihre fremdartige Erscheinung gewahren würde.

Als sie sich ihm nahten, erhob er sich langsam. Ein leuchtendes rotes Gewand umfloß seine schlanken Glieder.

Und nun zeigte Schultze den unentwegten Professor: er redete den Marsgreis im elegantesten Latein an, das ihm zur Verfügung stand; denn er dachte, Latein sei eine Weltsprache, die von gebildeten Wesen überall verstanden werden müsse. Er bedachte nicht, daß die alten Römer, so unternehmungslustig sie waren, die Grenzen ihres Reichs doch nicht über den Erdball ausgedehnt hatten.

Übrigens war der Marsite stocktaub, wie er durch ein beredtes Berühren seiner Ohren und sein trüblächelndes Kopfschütteln zu verstehen gab.

Da er jedoch an Schultzes beweglichen Lippen erkannt hatte, daß dieser ihn anredete, mochte er meinen, die seltsamen Besucher sprächen die Marssprache; denn er ließ einige wohllautende Worte vernehmen, merkte aber bald an des Professors Kopfschütteln, daß man ihn nicht verstand.

Da deutete er auf die Gruppe, die ihn anstaunte, und erhob den Blick gen Himmel. Gleichzeitig streckte er den Arm empor und wies auf einen blassen Stern.

Das war die Erde!

Da die Erde dem Mars weit näher steht als die Sonne, und diese ihm infolge ihrer Entfernung nicht so blendend leuchtet, wie uns, konnte man die Erde hier bei Tageslicht am Himmel stehen sehen.