Meine liebste Bosheit und Kunst ist es, dass mein Schweigen lernte, sich nicht durch Schweigen zu verrathen.
Mit Worten und Würfeln klappernd überliste ich mir die feierlichen Warter: allen diesen gestrengen Aufpassern soll mein Wille und Zweck entschlüpfen.
Dass mir Niemand in meinen Grund und letzten Willen hinab sehe,—dazu erfand ich mir das lange lichte Schweigen.
So manchen Klugen fand ich: der verschleierte sein Antlitz und trübte sein Wasser, dass Niemand ihm hindurch und hinunter sehe.
Aber zu ihm gerade kamen die klügeren Misstrauer und Nussknacker: ihm gerade fischte man seinen verborgensten Fisch heraus!
Sondern die Hellen, die Wackern, die Durchsichtigen—das sind mir die klügsten Schweiger: denen so tief ihr Grund ist, dass auch das hellste Wasser ihn nicht—verräth.—
Du schneebärtiger schweigender Winter-Himmel, du rundäugichter Weisskopf über mir! Oh du himmlisches Gleichniss meiner Seele und ihres Muthwillens!
Und muss ich mich nicht verbergen, gleich Einem, der Gold verschluckt hat,—dass man mir nicht die Seele aufschlitze?
Muss ich nicht Stelzen tragen, dass sie meine langen Beine übersehen,—alle diese Neidbolde und Leidholde, die um mich sind?
Diese räucherigen, stubenwarmen, verbrauchten, vergrünten, vergrämelten Seelen —wie könnte ihr Neid mein Glück ertragen!