Nicht, dass euer Geschlecht an Höfen höfisch wurde, und ihr lerntet, bunt, einem Flamingo ähnlich, lange Stunden in flachen Teichen stehn.
—Denn Stehen-können ist ein Verdienst bei Höflingen; und alle Höflinge glauben, zur Seligkeit nach dem Tode gehöre—Sitzen-dürfen!—
Nicht auch, dass ein Geist, den sie heilig nennen, eure Vorfahren in gelobte Länder führte, die ich nicht lobe: denn wo der schlimmste aller Bäume wuchs, das Kreuz,—an dem Lande ist Nichts zu loben!—
—und wahrlich, wohin dieser „heilige Geist“ auch seine Ritter führte, immer liefen bei solchen Zügen—Ziegen und Gänse und Kreuz- und Querköpfe voran!—
Oh meine Brüder, nicht zurück soll euer Adel schauen, sondern hinaus! Vertriebene sollt ihr sein aus allen Vater- und Urväterländern!
Eurer Kinder Land sollt ihr lieben: diese Liebe sei euer neuer Adel,—das unentdeckte, im feinsten Meere! Nach ihm heisse ich eure Segel suchen und suchen!
An euren Kindern sollt ihr gutmachen, dass ihr eurer Väter Kinder seid: alles Vergangene sollt ihr so erlösen! Diese neue Tafel stelle ich über euch!
13.
„Wozu leben? Alles ist eitel! Leben—das ist Stroh dreschen; Leben—das ist sich verbrennen und doch nicht warm werden.“—
Solch alterthümliches Geschwätz gilt immer noch als „Weisheit“; dass es aber alt ist und dumpfig riecht, darum wird es besser geehrt. Auch der Moder adelt.—