„Wollust ist Sünde,—so sagen die Einen, welche den Tod predigen—lasst uns bei Seite gehn und keine Kinder zeugen!“

„Gebären ist mühsam,—sagen dich Andern—wozu noch gebären? Man gebiert nur Unglückliche!“ Und auch sie sind Prediger des Todes.

„Mitleid thut noth—so sagen die Dritten. Nehmt hin, was ich habe! Nehmt hin, was ich bin! Um so weniger bindet mich das Leben!“

Wären sie Mitleidige von Grund aus, so würden sie ihren Nächsten das Leben verleiden. Böse sein—das wäre ihre rechte Güte.

Aber sie wollen loskommen vom Leben: was schiert es sie, dass sie Andre mit ihren Ketten und Geschenken noch fester binden!—

Und auch ihr, denen das Leben wilde Arbeit und Unruhe ist: seid ihr nicht sehr müde des Lebens? Seid ihr nicht sehr reif für die Predigt des Todes?

Ihr Alle, denen die wilde Arbeit lieb ist und das Schnelle, Neue, Fremde,—ihr ertragt euch schlecht, euer Fleiss ist Flucht und Wille, sich selber zu vergessen.

Wenn ihr mehr an das Leben glaubtet, würdet ihr weniger euch dem Augenblicke hinwerfen. Aber ihr habt zum Warten nicht Inhalt genug in euch—und selbst zur Faulheit nicht!

Überall ertönt die Stimme Derer, welche den Tod predigen: und die Erde ist voll von Solchen, welchen der Tod gepredigt werden muss.

Oder „das ewige Leben“ : das gilt mir gleich,—wofern sie nur schnell dahinfahren!