Ebenso macht er sich nichts aus den sämtlichen groben Formeln im Verkehr mit Gott: er wehrt sich gegen die ganze Buß- und Versöhnungslehre; er zeigt, wie man leben muß, um sich als „vergöttlicht“ zu fühlen – und wie man nicht mit Buße und Zerknirschung über seine Sünden dazu kommt: „es liegt nichts an Sünde“ ist sein Haupturteil.

Sünde, Buße, Vergebung, – das gehört alles nicht hierher.... das ist ein eingemischtes Judentum, oder es ist heidnisch.

225.

Das Himmelreich ist ein Zustand des Herzens (– von den Kindern wird gesagt, „denn ihrer ist das Himmelreich“), nichts, was „über der Erde“ ist. Das Reich Gottes „kommt“ nicht chronologisch-historisch, nicht nach dem Kalender, etwas, das eines Tages da wäre und tags vorher nicht: sondern es ist eine „Sinnesänderung im Einzelnen“, etwas, das jederzeit kommt und jederzeit noch nicht da ist...

226.

Der Schächer am Kreuz: – wenn der Verbrecher selbst, der einen schmerzhaften Tod leidet, urteilt: „so wie dieser Jesus, ohne Revolte, ohne Feindschaft, gütig, ergeben, leidet und stirbt, so allein ist es das Rechte“, hat er das Evangelium bejaht: und damit ist er im Paradiese....

227.

Jesus stellte ein wirkliches Leben, ein Leben in der Wahrheit jenem göttlichen Leben gegenüber: nichts liegt ihm ferner, als der plumpe Unsinn eines „verewigten Petrus“, einer ewigen Personalfortdauer. Was er bekämpft, das ist die Wichtigtuerei der „Person“: wie kann er gerade die verewigen wollen?

Er bekämpft insgleichen die Hierarchie innerhalb der Gemeinde: er verspricht nicht irgendeine Proportion von Lohn je nach der Leistung: wie kann er Strafe und Lohn im Jenseits gemeint haben!