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Das Christentum hat von vornherein das Symbolische in Kruditäten umgesetzt:
1. der Gegensatz „wahres Leben“ und „falsches“ Leben: mißverstanden als „Leben diesseits“ und „Leben jenseits“;
2. der Begriff „ewiges Leben“ im Gegensatz zum Personalleben der Vergänglichkeit als „Personalunsterblichkeit“;
3. die Verbrüderung durch gemeinsamen Genuß von Speise und Trank nach hebräisch-arabischer Gewohnheit als „Wunder der Transsubstantiation“;
4. die „Auferstehung –“ als Eintritt in das „wahre Leben“, als „wiedergeboren“; daraus: eine historische Eventualität, die irgendwann nach dem Tode eintritt;
5. die Lehre vom Menschensohn als dem „Sohn Gottes“, das Lebensverhältnis zwischen Mensch und Gott; daraus: die „zweite Person der Gottheit“ – gerade das weggeschafft: das Sohnverhältnis jedes Menschen zu Gott, auch des niedrigsten;
6. die Erlösung durch den Glauben (nämlich, daß es keinen anderen Weg zur Sohnschaft Gottes gibt als die von Christus gelehrte Praxis des Lebens) umgekehrt in den Glauben, daß man an irgendeine wunderbare Abzahlung der Sünde zu glauben habe, welche nicht durch den Menschen, sondern durch die Tat Christi bewerkstelligt ist:
Damit mußte „Christus am Kreuze“ neu gedeutet werden. Dieser Tod war an sich durchaus nicht die Hauptsache.... er war nur ein Zeichen mehr, wie man sich gegen die Obrigkeit und Gesetze der Welt zu verhalten habe – nicht sich wehren.... Darin lag das Vorbild.