Was ist „passiv“? – Gehemmt sein in der vorwärtsgreifenden Bewegung: also ein Handeln des Widerstandes und der Reaktion.
Was ist „aktiv“? – nach Macht ausgreifend.
„Ernährung“ – ist nur abgeleitet; das Ursprüngliche ist: alles in sich einschließen wollen.
„Zeugung“ – nur abgeleitet; ursprünglich: wo ein Wille nicht ausreicht, das gesamte Angeeignete zu organisieren, tritt ein Gegenwille in Kraft, der die Loslösung vornimmt, ein neues Organisationszentrum, nach einem Kampfe mit dem ursprünglichen Willen.
„Lust“ – als Machtgefühl (die Unlust voraussetzend).
291.
Ist „Wille zur Macht“ eine Art „Wille“ oder identisch mit dem Begriff „Wille“? Heißt es so viel als begehren? oder kommandieren? Ist es der „Wille“, von dem Schopenhauer meint, er sei das „An sich der Dinge“?
Mein Satz ist: daß Wille der bisherigen Psychologie eine ungerechtfertigte Verallgemeinerung ist, daß es diesen Willen gar nicht gibt, daß, statt die Ausgestaltung eines bestimmten Willens in viele Formen zu fassen, man den Charakter des Willens weggestrichen hat, indem man den Inhalt, das Wohin? heraussubtrahiert hat – : das ist im höchsten Grade bei Schopenhauer der Fall: das ist ein bloßes leeres Wort, was er „Wille“ nennt. Es handelt sich noch weniger um einen „Willen zum Leben“: denn das Leben ist bloß ein Einzelfall des Willens zur Macht; – es ist ganz willkürlich, zu behaupten, daß alles danach strebe, in diese Form des Willens zur Macht überzutreten.