das heißt, es gibt kein „Ding an sich“.
388.
Das „Ding an sich“ widersinnig. Wenn ich alle Relationen, alle „Eigenschaften“, alle „Tätigkeiten“ eines Dinges wegdenke, so bleibt nicht das Ding übrig: weil Dingheit erst von uns hinzufingiert ist, aus logischen Bedürfnissen, also zum Zweck der Bezeichnung, der Verständigung (zur Bindung jener Vielheit von Relationen, Eigenschaften, Tätigkeiten).
389.
„Dinge, die eine Beschaffenheit an sich haben“ – eine dogmatische Vorstellung, mit der man absolut brechen muß.
390.
Daß die Dinge eine Beschaffenheit an sich hätten, ganz abgesehen von der Interpretation und Subjektivität, ist eine ganz müßige Hypothese: es würde voraussetzen, daß das Interpretieren und Subjektsein nicht wesentlich sei, daß ein Ding, aus allen Relationen gelöst, noch Ding sei.
Umgekehrt: der anscheinende objektive Charakter der Dinge: könnte er nicht bloß auf eine Graddifferenz innerhalb des Subjektiven hinauslaufen? – daß etwa das Langsam-Wechselnde uns als „objektiv“ dauernd, seiend, „an sich“ sich herausstellte, – daß das Objektive nur ein falscher Artbegriff und Gegensatz wäre innerhalb des Subjektiven?
391.
Ein „Ding an sich“ ebenso verkehrt wie ein „Sinn an sich“, eine „Bedeutung an sich“. Es gibt keinen „Tatbestand an sich“, sondern ein Sinn muß immer erst hineingelegt werden, damit es einen Tatbestand geben kann.