567.
Wieviel Vorteil opfert der Mensch, wie wenig „eigennützig“ ist er! Alle seine Affekte und Leidenschaften wollen ihr Recht haben – und wie fern vom klugen Nutzen des Eigennutzes ist der Affekt!
Man will nicht sein „Glück“; man muß Engländer sein, um glauben zu können, daß der Mensch immer seinen Vorteil sucht. Unsre Begierden wollen sich in langer Leidenschaft an den Dingen vergreifen –, ihre aufgestaute Kraft sucht die Widerstände.
568.
Die Erziehung zu jenen Herrschertugenden, welche auch über sein Wohlwollen und Mitleiden Herr werden: die großen Züchtertugenden („seinen Feinden vergeben“ ist dagegen Spielerei), den Affekt des Schaffenden auf die Höhe bringen – nicht mehr Marmor behauen! – Die Ausnahme- und Machtstellung jener Wesen (verglichen mit der der bisherigen Fürsten): der römische Cäsar mit Christi Seele.
569.
Der höhere Mensch und der Herdenmensch. Wenn die großen Menschen fehlen, so macht man aus den vergangenen großen Menschen Halbgötter oder ganze Götter: das Ausbrechen von Religion beweist, daß der Mensch nicht mehr am Menschen Lust hat (– „und am Weibe auch nicht“ mit Hamlet). Oder: man bringt viele Menschen auf einen Haufen als Parlamente und wünscht, daß sie gleich tyrannisch wirken.
Das „Tyrannisierende“ ist die Tatsache großer Menschen: sie machen den Geringeren dumm.
570.
Der Hammer. Wie müssen Menschen beschaffen sein, die umgekehrt wertschätzen? – Menschen, die alle Eigenschaften der modernen Seele haben, aber stark genug sind, sie in lauter Gesundheit umzuwandeln? – Ihr Mittel zu ihrer Aufgabe.