Es ist ganz und gar nicht die erste Frage, ob wir mit uns zufrieden sind, sondern ob wir überhaupt irgend womit zufrieden sind. Gesetzt, wir sagen ja zu einem einzigen Augenblick, so haben wir damit nicht nur zu uns selbst, sondern zu allem Dasein ja gesagt. Denn es steht nichts für sich, weder in uns selbst noch in den Dingen: und wenn nur ein einziges Mal unsre Seele wie eine Saite vor Glück gezittert und getönt hat, so waren alle Ewigkeiten nötig, um dies eine Geschehen zu bedingen – und alle Ewigkeit war in diesem einzigen Augenblick unseres Jasagens gutgeheißen, erlöst, gerechtfertigt und bejaht.

691.

Es muß solche geben, die alle Verrichtungen heiligen, nicht nur Essen und Trinken: – und nicht nur im Gedächtnis an sie oder im Eins-werden mit ihnen, sondern immer von neuem und auf neue Weise soll diese Welt verklärt werden.

692.

Der Mensch ist das Untier und Übertier; der höhere Mensch ist der Unmensch und Übermensch: so gehört es zusammen. Mit jedem Wachstum des Menschen in die Größe und Höhe wächst er auch in das Tiefe und Furchtbare: man soll das eine nicht wollen ohne das andere, – oder vielmehr: je gründlicher man das eine will, um so gründlicher erreicht man gerade das andere.

693.

Nicht „Menschheit“, sondern Übermensch ist das Ziel!

694.

Come l'uom s'eterna....

Inf. XV, 85.