Wir dürfen die Sinne lieben, wir haben sie in jedem Grade vergeistigt und artistisch gemacht;
wir haben ein Recht auf alle die Dinge, die am schlimmsten bisher verrufen waren.
69.
Daß man den Menschen den Mut zu ihren Naturtrieben wiedergibt –
Daß man ihrer Selbstunterschätzung steuert (nicht der des Menschen als Individuums, sondern der des Menschen als Natur....) –
Daß man die Gegensätze herausnimmt aus den Dingen, nachdem man begreift, daß wir sie hineingelegt haben –
Daß man die Gesellschafts-Idiosynkrasie aus dem Dasein überhaupt herausnimmt (Schuld, Strafe, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, Freiheit, Liebe usw.) –
Fortschritt zur „Natürlichkeit“: in allen politischen Fragen, auch im Verhältnis von Parteien, selbst von merkantilen oder Arbeiter- oder Unternehmerparteien, handelt es sich um Machtfragen – „was man kann“ und erst daraufhin, was man soll.
70.
Die Umkehrung der Rangordnung. – Die frommen Falschmünzer, die Priester, werden unter uns zu Tschandalas: – sie nehmen die Stellung der Charlatans, der Quacksalber, der Falschmünzer, der Zauberer ein: wir halten sie für Willensverderber, für die großen Verleumder und Rachsüchtigen des Lebens, für die Empörer unter den Schlechtweggekommenen. Wir haben aus der Dienstbotenkaste, den Sudras, unsern Mittelstand gemacht, unser „Volk“, das, was die politische Entscheidung in den Händen hat.