133.

Wer den Weg zu seinem Ideale nicht zu finden weiss, lebt leichtsinniger und frecher, als der Mensch ohne Ideal.

134.

Von den Sinnen her kommt erst alle Glaubwürdigkeit, alles gute
Gewissen, aller Augenschein der Wahrheit.

135.

Der Pharisäismus ist nicht eine Entartung am guten Menschen: ein gutes
Stück davon ist vielmehr die Bedingung von allem Gut-sein.

136.

Der Eine sucht einen Geburtshelfer für seine Gedanken, der Andre
Einen, dem er helfen kann: so entsteht ein gutes Gespräch.

137.

Im Verkehre mit Gelehrten und Künstlern verrechnet man sich leicht in umgekehrter Richtung: man findet hinter einem merkwürdigen Gelehrten nicht selten einen mittelmässigen Menschen, und hinter einem mittelmässigen Künstler sogar oft - einen sehr merkwürdigen Menschen.