Das Eine, was Noth thut. - Eins muss man haben: entweder einen von
Natur leichten Sinn oder einen durch Kunst und Wissen erleichterten
Sinn.
487.
Die Leidenschaft für Sachen. - Wer seine Leidenschaft auf Sachen
(Wissenschaften, Staatswohl, Culturinteressen, Künste) richtet,
entzieht seiner Leidenschaft für Personen viel Feuer (selbst wenn sie
Vertreter jener Sachen sind, wie Staatsmänner, Philosophen, Künstler
Vertreter ihrer Schöpfungen sind).
488.
Die Ruhe in der That. - Wie ein Wasserfall im Sturz langsamer und schwebender wird, so pflegt der grosse Mensch der That mit mehr Ruhe zu handeln, als seine stürmische Begierde vor der That es erwarten liess.
489.
Nicht zu tief. - Personen, welche eine Sache in aller Tiefe erfassen, bleiben ihr selten auf immer treu. Sie haben eben die Tiefe an's Licht gebracht: da giebt es immer viel Schlimmes zu sehen.
490.
Wahn der Idealisten. - Alle Idealisten bilden sich ein, die Sachen, welchen sie dienen, seien wesentlich besser, als die anderen Sachen in der Welt, und wollen nicht glauben, dass wenn ihre Sache überhaupt gedeihen soll, sie genau des selben übel riechenden Düngers bedarf, welchen alle anderen menschlichen Unternehmungen nöthig haben.
491.