Die Ueberzeugungstreuen. - Wer viel zu thun hat, behält seine allgemeinen Ansichten und Standpuncte fast unverändert bei. Ebenso jeder, der im Dienst einer Idee arbeitet: er wird die Idee selber nie mehr prüfen, dazu hat er keine Zeit mehr; ja es geht gegen sein Interesse, sie überhaupt noch für discutirbar zu halten.
512.
Moralität und Quantität. - Die höhere Moralität des einen Menschen, im
Vergleich zu der eines anderen, liegt oft nur darin, dass die Ziele
quantitativ grösser sind. Jenen zieht die Beschäftigung mit dem
Kleinen, im engen Kreise, nieder.
513.
Das Leben als Ertrag des Lebens. - Der Mensch mag sich noch so weit mit seiner Erkenntniss ausrecken, sich selber noch so objectiv vorkommen: zuletzt trägt er doch Nichts davon, als seine eigene Biographie.
514.
Die eherne Nothwendigkeit. - Die eherne Nothwendigkeit ist ein Ding, von dem die Menschen im Verlauf der Geschichte einsehen, dass es weder ehern noch nothwendig ist.
515.
Aus der Erfahrung. - Die Unvernunft einer Sache ist kein Grund gegen ihr Dasein, vielmehr eine Bedingung desselben.
516.