Ein fixer Junge.

Während der Engrosmesse hatte ich einmal Gelegenheit, in die innere Stadt zu gehen.

Am Naschmarkt war eine ziemliche Menschenmenge um einen Ausschreier versammelt. Ich drängte mich hinzu und erkannte in dem Ausschreier einen ehemaligen Schulkameraden.

Der Faschingszug der Reklamebilder und -schilder zog an mir vorüber, und ich dachte an die vergangene Schulzeit.

Im Gegensatz zu den artigen, braven und folgsamen Jungen, vergaß man den, den ich hier wiedersah, so leicht nicht wieder.

Er war bei allen Jungenstreichen obenan und dabei von einer so verblüffenden Geistesgegenwart und Gerissenheit, daß sein Ruhm bei allen Lehrern, bis zum Direktor, und selbst in umliegenden Polizeiwachen befestigt war.

Alljährlich zogen wir ein paar Tage vor dem »Tauchschen«[1] auf den Brühl und gingen die »Itzige« um Felle an. Wie freigebig die »Itzige« waren! Abfälle von Tierschwänzen aller Art, manchmal sogar brustgroße Fellstücke, warfen sie uns zum Fenster herunter. Sie hatten dabei auch ihr Spezialvergnügen. Denn wenn sich die ganze Jungenschar am Boden um die Beute balgte, folgte hinterher ein Schwapp Wasser, das uns oft bis auf die Haut näßte, aber in der Hitze des Gefechtes nicht weiter auffiel.

[1] Tauch(a)scher Jahrmarkt.