Ein Herr schob sich durch den Kreis. Mit hochrotem Kopf schrie er: »Sie oller Quasselfritze, wat issn det fürn Humbug mit die Kaarte. Is ja janz schwarz – is ja nischt zu sehn druff!«

Der Kartenverkäufer schien ihn nicht zu beachten. Er nahm noch einige Geldstücke in Empfang und sagte dann mehr gutmütig: »Sie haben das nicht richtig gemacht, wie ich das erklärt habe. Meine Herrschaften, ich will Ihnen das noch einmal erklären. Man geht also an einen dunklen Ort – sehen Sie – die Karte ist ganz schwarz. Nun nehmen Sie ein Streichholz und halten es hinter die Karte. Da werden Sie sehen – einen Herrn und eine Dame – na, ich will weiter nichts sagen. Alles lacht! Der größte Meßschlager!« Und er begann seine Karten weiter zu verkaufen.

»Hab ick doch jemacht!« rief der Käufer dazwischen.

»Da haben Sie wohl das Streichholz nicht angebrannt?« frug der Verkäufer mit unschuldiger Miene.

»Nu warte man, Freundchen – jetzt werd ick mal'n Schutzmann holen«, drohte der andere erbost.

Wie er sich zum Gehen wandte und vom Schutzmannholen sprach, rief ihm der Kartenverkäufer nach: »Ach, du denkst wohl, weil du aus Berlin bist, kannst du die Leite uff der Leipziger Messe alleene anschmiern? Siehste – jetzt hammer dich ooch mal angeschmiert.«

Das Publikum war lächelnd diesem Zwist gefolgt und amüsierte sich nicht zuletzt über die Entrüstung, des um seinen Stammtischwitz betrogenen Meßonkels.

Aber nun brach unter allen »Angeschmierten« ein Gelächter los, wie es wohl die beiden Löwen am Naschmarkt selten gehört haben.

Ich hätte meinen ehemaligen Schulkameraden gern einmal gesprochen. Aber er war spurlos verschwunden. Denn ein Ratsdiener tauchte auf. Und den hatte er natürlich schon längst gesehen.