„Schäm’ dich, jeder Laie sieht doch, daß —“

„Laie? Ja, das ist es: ein Rauchtisch für Nichtraucher.“

„Mann, Mann, ich werde meiner Mutter schreiben, daß sie selbst kommt und —“

Ha, Daumenschraubenmuttern! Ich erschrak. Schweiß brach aus. Ich wurde feig. Ich hob drei Finger. Ich verleugnete meinen gesunden Rauchverstand. Ich schwor, daß es ein Rauchtisch sei. Ein moderner Rauchtisch. Ich schwor, daß nur ein Idiot den Streichholzständer für einen Morsedrücker halten könne. Unleugbar sei es allerdings, daß das Gestell aus drei Makkaroni in Todeszuckungen bestünde. Aber das sei eine geniale Stilidee des Rauchtischarchitekten. Ich schwor, in meinen ausschweifendsten Träumen hätte ich mir immer so etwas gewünscht.

„Ist gut,“ sagte meine Frau mißtrauisch, „nun schwöre noch, daß du ihn täglich benutzen wirst.“ Was war zu tun? Gott, was schwört der Mensch nicht alles, wenn er in Gefahr ist.

Ich benutzte ihn täglich. Zunächst als Handtuchhalter. Damit war er zugedeckt, unsichtbar und gnädig.

Aber meine Frau kam hinter die Gnade und das Handtuch, entfernte beides und zwang mich, angesichts des Tischchens zu rauchen. Davon wurde mir schlecht. Ich tat es den drei Makkaroni gleich und phantasierte. Es kam der Arzt.

„Denken Sie, Herr Doktor,“ sagte meine Frau, „das Nikotin ist ihm ins Blut gegangen, er hält das da für einen Briefkasten mit Gestell.“

„Unglaublich,“ sagte der Arzt, „eine türkische Gebetsmühle für einen Briefkasten zu halten!“

Empört holte meine Frau einen andern Arzt. Ich konnte ihn einen Augenblick allein sprechen: „Doktor, seien Sie barmherzig, befreien Sie mich von diesem Ding da!“