Immerhin, zum Lackieren müsse er, sagte meine Frau. Ich besuchte den Lackierer. „Mann,“ sagte ich, „daß das Handwerk jetzt mit Arbeit überhäuft ist, weiß ich. Ich könnte es verstehen, wenn das Stück erst nach Monaten an die Reihe käme. Ja, ich würde es sogar begreifen, wenn es überhaupt nie fertig würde.“
Er sah mich prüfend an. „Nee, mein Lieber,“ sagte er, „Sie fangen mich nicht, Sie Handwerkslästerer!“ Am nächsten Tage teilte er telephonisch mit, daß der Tisch lackiert sei. Ich war es auch.
„Kathi,“ sagte meine Frau, „holen Sie ihn ab.“
„Kathi,“ sagte ich, sie heimlich auf die Seite nehmend, „wenn Sie ihn unterwegs verlieren sollten — hier sind drei Mark — Sie verstehen.“
Für drei Mark versteht die Kathi irgend etwas. Heulend kam sie heim. „Gnä’ Frau — huhu — stehen lassen in der Straßenbahn — huhu —!“
Meine Frau versteht keinen Spaß. Nicht für drei Pfennig. „Kathi, wenn’s nicht mehr zum Vorschein kommt, ziehe ich am Lohn fünf Mark ab — marsch, ins Fundbureau!“
Kathi sah mich an. Ich zwinkerte ihr zu, ich käme doppelt auf. Also holte sie das Fundstück von der Straßenbahn ab und verlor’s ein zweitesmal erheblich gründlicher.
Darauf rückte es meine Frau in die Morgenzeitung: „Wer ein verlorenes Rauchtischchen gefunden hat und wiederbringt, erhält zehn Mark.“ Und ich in die Abendzeitung: „Wer ein verlorenes Rauchtischchen gefunden hat und behält, erhält zehn Mark.“
Zwei Tage später werde ich im Kaffeehaus vom Skat hinausgerufen. Die Tändlerin Kreszenz Hasenfratz stemmte die Arme in die Lenden: „Sie also sind der verruckte Herr, der wo zehn Mark zahl’n will, wenn ich ihm das Tischerl nicht in seine Wohnung trag’...“