Fig. 530. Schemata razemöser Blütenstände. A Traube. B Ähre. C Dolde. D Köpfchen. E Rispe. F Zusammengesetzte Dolde oder Doppeldolde. Fig. 531. Blütenähre von Plantago lanceolata. Nach DUCHARTRE. Fig. 532. Blütenkätzchen von Corylus americana. Nach DUCHARTRE.

Durch Verschiebung der Blütenglieder, ungleiche Größe oder Unterdrückung einzelner sind aus dem ursprünglich strahligen, radiären (aktinomorphen) Bau (Fig. 529 A ) abweichende Gestalten hervorgegangen (vgl.S. 65 f.), die entweder dorsiventral ( zygomorph ) (Fig. 529 B ), oder aber völlig asymmetrisch geworden sind (Fig. 529 C ). In den Blütenformeln werden radiäre Blüten mit offizinell und giftig, dorsiventrale mit ↓ gekennzeichnet, z. B.: für den Goldregen ↓ K(5), C5 A(5 + 5), G1. Dorsiventrale Blüten pflegen immer eine ganz bestimmte Lage zur Richtung der Schwerkraft anzunehmen. Unter Pelorien versteht man radiäre Bildungsabweichungen sonst dorsiventraler Bluten.

Blütenstände (Infloreszenzen).

Die im vorstehenden beschriebenen Blüten der Angiospermen stehen in verhältnismäßig seltenen Fällen einzeln, viel häufiger sind sie zu mehreren oder vielen auf Verzweigungssysteme verteilt, die man als Blütenstände oder Infloreszenzen bezeichnet. Von den vegetativen Verzweigungen unterscheiden sich die Blütenstände durch die gedrängte, dichte Stellung ihrer Seitenzweige, durch die meist schuppenförmige Ausbildung der Deckblätter oder Brakteen und der Vorblätter, in deren Achseln die Seitenzweige oder Einzelblüten stehen, und durch das Austreiben aller Achselknospen, wenigstens in vielen Fällen. In den Infloreszenzen der Cruciferen fehlen die Hochblätter vollkommen.

Fig. 533. Traube von Linaria striata. Blüten mit Deckblättern d. Nach A. F. W. SCHIMPER. Fig. 534. Doldiger Blütenstand der Kirsche. Nach DUCHARTRE. Fig. 535. Blütenrispe von Yucca filamentosa. Verkl. Nach A. F. W. SCHIMPER. A. Die Hauptachse wächst stärker als die Seitensprosse.

I. Die Blütenstände können, wie die vegetativen Verzweigungen, Monopodien (vgl.S. 110 ) sein, so daß die Hauptachse dem Wachstum ihrer Seitenzweige stets überlegen bleibt (oder die Seitensprosse wachsen ebenso stark); solche razemösen Blütenstände treten in verschiedenen Formen auf (SchemataFig. 530 ):

α) Seitenachsen unverzweigt.

1. Traube, gestielte Einzelblüten an der verlängerten Hauptachse, Schema 530 A.Fig. 533.

2. Ähre, sitzende Einzelblüten an der verlängerten Hauptachse, Schema 530 B.Fig. 531.

Ist die Achse fleischig verdickt, so heißt die Ähre Kolben wie bei den Araceen. Fällt die Ähre nach dem Verblühen (der Fruchtreife) als Ganzes ab, so heißt sie KätzchenFig. 532.