Dittmer aber versteht jetzt gar keinen Spaß.

»Rede keenen Stuß,« sagt er sehr gereizt, »sonst kriegst du ein paar! Hier kriecht noch eine. Fasse mal schnell zu!«

»Halt! Hier auch noch eine!« Damit sengt der dicke Puntz dem Ameisenmenschen eins auf, daß der gleich in seinem Hemde einen kolossalen Luftsprung macht. Zum Trost und zum Spott aber beruhigt ihn der Dicke: »Du, die ist wirklich tot!«

Schließlich ist der Dittmer ameisenrein und auch wieder in seinen Sachen. Aber es ist ihm doch noch den ganzen Tag, als ob es hier und da juckt, und er vermißt sich jetzt hoch und heilig, er würde jede Ameise tottreten, die er fände, und jeden Ameisenhaufen auseinanderstökern.

»Na schön, Dittmer!« unterbricht Doktor Fuchs diese Beteuerungen. »Aber, bitte, nur heute noch nicht! Laß uns erst mal über den Buckel hinaufsein; auf dem schönen, breiten, ebenen Weg können wir dann alle mehr zusammengehen. Da werde ich euch etwas über die Ameisen erzählen.«

So steigt man wieder lustig bergan, immer an einem großen Zaun entlang. Über den froh dahinziehenden Jungen rauschen die Wipfel der hochstämmigen Kiefern; leise ächzen die knorrigen Äste. Lichte Wölkchen schwimmen im blauen Äther, und alles spricht so zum frischen Sinn und zum fröhlichen Herzen, daß der Puntz auf einmal seine Mundharmonika hervorzieht, und dünn, aber doch auch scharf genug fällt es ins Ohr, das immer schöne, immer frische

»Muß i denn, muß i denn

zum Städtele hinaus, Städtele hinaus!«

Ach, da zuckt es den Jungen in den Beinen. Einige fangen an zu singen, und oben ist man auch schon auf den Havelbergen. Lang dehnt sich ein schöner, breiter Weg zwischen den Bäumen, ein sogenannter Jagenweg, vor dem sich weitenden Blick dahin. Soeben erklärt Doktor Fuchs: »Da ganz hinter müssen wir! Dann schwenken wir rechts ab und kommen wieder zur Havel hinunter. Nun flott vorwärts! Die Hauskapelle voran!«

»Was soll ich denn spielen, Herr Doktor?«