Der Vater Ehrecke verzieht keine Miene. »Das haben schon verschiedne Herrschaften gefragt. Aber es ist sehr einfach. Jeden ersten im Monat lege ich einige Ringe da neben den Futternapf, und alle die Hühner, die sich verloben wollen, kriechen mit der linken Pfote durch den Ring durch.«
Die Jungen lachen darüber unbändig; manche wissen nicht recht, sollen sie es glauben oder nicht. Der dicke Puntz aber forscht jetzt weiter: »Na, wenn sie sich aber nun verheiraten? Wie kriegen sie denn dann den Ring auf die rechte Pfote?«
»Das ist noch einfacher! Da tauschen sie das rechte Bein gegen das linke aus!«
Da muß aber auch Doktor Fuchs lachen. »Ehrecke,« ruft er, »Sie lügen uns aber heute ganz fürchterlich die Hucke voll!«
»Na« – jetzt bekennt der Vater Ehrecke Farbe – »nein, Jungens, nun seht mal her!« – Dabei holt er verschiedene Ringe aus der Tasche heraus. – »Solch Ring kann auf- und zugeknipst werden! So! Hier seht ihr auch eine Jahreszahl drin. Das ist zum Beispiel einer für dieses Jahr. – Seht ihr? – Solchen kriegt also ein Huhn, das von diesem Jahr ist!«
Nun ist ja alles klar, und weil es nun klar ist, interessiert es auch die Jungen nicht mehr, besonders da der Kellner jetzt auch etwas zu schnabulieren bringt. Da ist sogar einer sehr fix bei der Hand, der sich sonst Ruhe und Zeit gelassen hat. Das ist natürlich der dicke Puntz, und die Begründung, die er dafür gibt, sieht ihm ähnlich: »Je früher wir fertig sind, desto eher haben wir nachher wieder Appetit!«
Exest colloquium. Es war doch wohl ein strammer Marsch von den Havelbergen her; dem Vater Ehrecke leuchtet die Freude aus dem gutmütigen Gesicht, als er sieht, mit welchem Appetit man hier arbeitet. Das gefällt ihm, und so erzählt er beim Essen dem Doktor Fuchs und den Jungen noch manche Schnurre. –
Endlich denkt man auch ans Berappen. Aller Mammon sammelt sich erst vor Doktor Fuchs, der dann die Summe an den Kellner abführt. – – –
Aufregung von Anfang bis zu Ende.
Es ist die höchste Zeit; denn die Jungen sind schon ungeduldig geworden, und doch dürfen sie keinen Fuß aus dem Lokal hinaussetzen. Doktor Fuchs will der erste sein. Er weiß wohl warum; man will sich jetzt zur Pfaueninsel übersetzen lassen. Da heißt es, auf die Jungen scharf achtgeben. Einige sind immer dabei, die am Wasser so ungeschickt und taprig sind wie die jungen Puten.