»Mensch! Red’ keen’n Stuß! Natürlich! Aber ich habe es gestern noch schnell gemacht. Und nun habe ich es zu Hause liegen lassen! Nee, es ist zu dumm!«

»Ich habe es zur Vorsicht schon am Sonnabend gemacht!«

»Na, du bist auch ein Musterknabe! Aber nee! Nich in die la main! Ich dachte, in der Zeitung gestern früh würde stehen, daß wir heute frei hätten. Und –«

Zeidler ist auch trübseligen Blickes dazugetreten. »Ja, ich verstehe auch nicht. Das ist doch unser gutes Recht –«

Der Dicke ist auf seinen Platz hinuntergesunken. »Ach, quatsch’ nich, Krause! Hier haben nur die Schulmeister das Recht. Und Bumsvallera hat das Recht, mich nachher im Lateinischen einzuschreiben. Wann haben wir Latein?«

»In der dritten Stunde!«

»In der ersten Französisch bei Fuchsen! Bon! Der Schuldiener muß nachher mein Heft holen! Er mag wollen oder nicht, und es kann kosten, was es will! Und dann –«

Die elektrische Glocke schnarrt in dem Augenblicke ihr eintöniges Lied los; die Jungen fahren herum.

»Ach Jott nee!« seufzt der Dicke noch einmal auf. »Jeden Tag was anderes! Aber immer wieder was! Ist ’n Elend!«

Er hat recht. Hierin hat er mal recht. Und wie es ihm geht, so geht’s sehr vielen oder beinahe allen Jungen. Immer fehlt ihnen etwas; immer müssen sie hoffen, hier oder da durchzuschlüpfen; immer hoffen, an einer sicher drohenden Gefahr vorbeizukommen. Und heute nun nicht mal Paradeferien!