Da muß Doktor Fuchs lächeln und sagt denn auch nur: »Na, also doch!«

Der Dicke hat auch den Kopf hochgereckt. Das lateinische Exerzitium! Wenn jetzt der Doktor Fuchs den Einfall kriegt – wie er es schon einmal getan hat! – und sammelt die Hefte für Bumsvallera ein! Dann liegt er doch drin im Wurstkessel! –

Mit einem Ruck öffnet sich die Tür. Der Direktor erscheint auf der Schwelle. »Ach, Herr Oberlehrer!« enteilt seinen Lippen. »Wollen Sie die Schüler entlassen! Mit Gebet, bitte! Auf höheren Befehl fällt heute der Unterricht der Parade wegen aus!«

Die Tür hat sich wieder geschlossen. Die Jungen haben ihre Mappen angerappt. Es geht eine Unruhe, ein Zittern durch die Klasse, als hinge an den wenigen Sekunden, die man vielleicht später als die andern Klassen hinauskäme, das Leben. Und heute auch noch beten!

»Wer hat das Gebet?« Der Ordinarius denkt nicht an die lateinischen Hefte. Der Junge, der heute zum Beten daran ist, läßt ihm auch keine Zeit:

»Anfang, Mitt’ und Ende,

Herr Gott, zum Besten wende!«

Es ist, als ob der Junge wüßte, was für ein Gebet heute gerade sich schicke für alle diejenigen, die in dem Augenblicke draußen auf dem Tempelhofer Feld stehen, um dort ihr Examen vor dem obersten Kriegsherrn abzulegen.

Die Tür springt auf. Fort stieben die Jungen in fieberhafter Eile. Auf dem Flur wimmelt schon alles. Die eine der Unter-Sekunden zieht vorüber, aufgelöst, als wollte sie zum Sturm ansetzen.

»Was machst du nun heute?« fragt der eine zu dem Freunde hinüber.