Und dann kommt der große Moment! Doktor Fuchs dreht sich herum, um auf das Katheder zu steigen, und – er sieht die voll beschriebene Tafel, die doch sonst in ihrer unbefleckten Schwärze blitzsauber sein muß. Er liest jetzt die Verse halblaut und recht bedächtig.
Als er aber bis zu Ende gekommen ist, da dreht er sich schaudernd um und sagt: »Brr! Da korrigiere ich ja lieber den größten Stoß Hefte!«
O weh! Das sieht nun zwar wie ein frühzeitiges Ende aller Partiegelüste aus; aber die Klasse freut sich doch stürmisch über das »Brr!« und über den »größten Stoß Hefte«.
Endlich kommt auch Doktor Fuchs wieder zu Worte. »Na, also Jungs, über die Sache läßt sich reden, aber erst müßt ihr mal bessere Verse machen!«
Na, freilich! Jetzt weiß es auf einmal jeder. Das sind furchtbar schlechte Verse. Der dicke Puntz hatte ja auch gleich gewichtige Bedenken gehabt, und Fritze Köhn plädiert am Ende der Stunde dafür: »Schmuck muß zu morjen anständije Verse machen, oder wir hau’n uff’n Kopp, det er Plattbeene kricht!«
Damit hat der Fritze Köhn auch die Meinung der andern durchaus zutreffend und richtig ausgesprochen. »Oder er wird verhauen!« So denkt und sagt jetzt jeder, und das glaubt schließlich auch Schmuck. Und weil er nicht verhauen werden will, so will er auch anständige Verse machen. – – –
Aus Abend und Morgen wird wieder ein Tag. Und alles stürmt am nächsten Morgen auf den Klassenbarden ein. Jeder will die Verse sehen. Aber Schmuck bleibt fest: »Ich schreibe sie nachher an; da könnt ihr sie dann alle lesen!«
In der Pause vor Doktor Fuchs’ Stunde bleibt also der Pegasusreiter oben, mit Erlaubnis des inspizierenden Herrn draußen auf dem Flur. Und nachher prangen denn auch die erhofften Verse in Schmucks schönster Schrift an der Tafel.
»Fein, Schmuck!« – »Ach, der Vers taugt nichts!« – »Da muß noch hinein, wohin wir wollen!«
Aus dem Durcheinander von Lob und Tadel aber erhebt sich Puntz und findet: »Das ist sehr fein! Ick hätte es nicht so gekonnt! Und ein anderer auch nicht!«