»Wir sind beinahe jeden Sonntag drin.«
»Gut, dann bleibt ihr heute um 1 Uhr noch einen Augenblick hier. Ich werde in die Klasse kommen. Und nun wieder für alle! Wir machen die Partie noch nicht am nächsten Mittwoch, wie es ursprünglich geplant war, sondern erst in der nächsten Woche. Und zwar am Freitag, am letzten Tage also vor den Pfingstferien. Ein Abwaschen!«
»A–a–ch? Am Freitag? Dann fällt doch am Nachmittag aus!«
»Selbstverständlich! Nun weiter! Wer sich draußen gar nichts kaufen will, der muß sich Essen und Trinken mitbringen. Der würde nur das Fahrgeld bis zur Station Grunewald und zurück von Wannsee oder höchstens von Potsdam gebrauchen. Wer sich gar nichts zum Essen mitbringt, muß Geld dafür ausgeben. Über zwei Mark aber darf keiner bei sich haben.«
»Herr Doktor! Wenn es nun aber regnet?«
»Wir kriegen genau das Wetter, das der liebe Gott für den Freitag vor Pfingsten angesetzt hat. Dich aber, Hänsel, ernenne ich zur Partie-Unke.«
Und während da natürlich alle den Hänsel vergnügt auslachen, erklärt Doktor Fuchs kurz: »Fertig jetzt! Nur noch eins will ich sagen: je fleißiger man vorher arbeitet, desto größer ist nachher das Vergnügen!« –
Der Überfall am Pechsee.
Wie wenig man auch in der letzten Woche vor Pfingsten von der Partie hatte sprechen können, da ja an jedem Tage dieser »feinen Woche« etwas unregelmäßig war und vom Stundenplan abgeknapst wurde, vergessen hatte drum doch keiner die Partie.
So war auch endlich der Freitag vor Pfingsten, der heiß ersehnte Freitag, angebrochen. Ein herrlicher Tag! Vom hellen Osten her strahlte die Sonne, als freue sie sich über all die fröhlichen Jungengesichter, die schon um sechs Uhr und noch früher oder gar noch viel früher nach ihr ausgeschaut und sie jubelnd begrüßt hatten. Die Mutter mußte noch einmal soviel Frühstück schneiden, als sonst und das Portemonnaie wurde zur Vorsicht wieder und immer wieder hervorgeholt und ein Blick auf den Mammon geworfen, der darin ruhte. Dann zog ein jeder zum Bahnhof. Die von der Friedrich Straße sammelten Station für Station ein paar neu auf, auf dem Lehrter Bahnhof, auf Bellevue, auf Tiergarten, auf Zoologischer Garten, sogar auf Savigny Platz und Charlottenburg. Auf Station Zoologischer Garten hatte man Doktor Fuchs mit polizeiwidrigem Hallo und Freudengeheul empfangen. Schon in Charlottenburg aber war die Kompagniemutter bei ihrer ruhigen Besonnenheit zu dem sicheren Ergebnis gekommen, daß zwölf Mann fehlten.