Er erkundigte sich, welches mein Wunsch sei und womit er mir dienen könne, worauf ich ihm sagte: »So und so, Jemeljan Iwanowitsch – etwa vierzig Rubel,« sagte ich, »die habe ich nötig –.« Aber ich sprach nicht zu Ende. An seinen Augen schon sah ich, daß ich verspielt hatte.

»Nein,« sagte er, »tut mir leid, ich habe kein Geld. Oder haben Sie ein Pfand?«

Ich begann, ihm zu erklären, daß ich ein Pfand zwar nicht habe, »Jemeljan Iwanowitsch aber – und so weiter,« mit einem Wort, ich erklärte ihm alles, was da zu erklären war. Er hörte mich ruhig an.

»Ja, was,« sagte er, »Jemeljan Iwanowitsch kann mir nichts helfen, ich habe kein Geld.«

Nun, dachte ich, das sah ich ja schon kommen, das wußte ich, das habe ich vorausgeahnt. Wirklich, Warinka, es wäre besser gewesen, die Erde hätte sich unter mir aufgetan, meine Füße wurden kalt, Frösteln lief mir über den Rücken. Ich sah ihn an und er sah mich an, fast als wolle er sagen: »Nun, geh mal jetzt, mein Bester, du hast hier nichts mehr zu suchen,« – so daß ich mich unter anderen Umständen zu Tode geschämt hätte.

»Wozu brauchen Sie denn das Geld?« – (das hat er mich wirklich gefragt, mein Kind!).

Ich tat schon den Mund auf, nur um nicht so müßig dazustehen, aber er wollte mich gar nicht mehr anhören.

»Nein,« sagte er, »ich habe kein Geld, sonst,« sagte er, »sonst würde ich mit dem größten Vergnügen …«

Ich machte ihm wieder und immer wieder Vorstellungen, sagte ihm, daß ich ja nicht viel brauche, daß ich ihm alles wieder zurückgeben würde, genau zum Termin, ja sogar noch vor dem Termin, daß er so hohe Prozente nehmen könne, wie er nur wolle, und daß ich ihm, noch einmal, bei Gott alles zurückzahlen werde. Ich dachte in dem Augenblick an Sie, mein Kind, an Ihr Unglück und an Ihre Not, und dachte auch an Ihr Fünfzigkopekenstückchen.

»Nein,« sagte er, »wer redet hier von Prozenten, aber wenn Sie ein Pfand hätten … Ich habe im Augenblick kein Geld, bei Gott, ich habe keines, sonst natürlich mit dem größten Vergnügen …«