„Mit Awdotja Romanowna jedoch möchte ich sehr gern einmal zusammentreffen. Ich bitte Sie in allem Ernst. Nun, auf Wiedersehen, ach ... ja! Ich hätte bald vergessen, Rodion Romanowitsch! Teilen Sie bitte Ihrer Schwester mit, daß sie im Testamente Marfa Petrownas mit dreitausend Rubeln bedacht ist. Das ist absolut richtig. Marfa Petrowna hat es eine Woche vor ihrem Tode angeordnet, und zwar in meiner Anwesenheit. Nach zwei oder drei Wochen kann Awdotja Romanowna auch das Geld erhalten.“
„Sagen Sie die Wahrheit?“
„Die volle Wahrheit. Teilen Sie es ihr mit. Nun, Ihr Diener. Ich wohne nicht sehr weit von Ihnen.“
Beim Weggehen stieß Sswidrigailoff in der Tür mit Rasumichin zusammen.
II.
Es war schon fast acht Uhr; beide eilten zu Bakalejeff, um früher als Luschin da zu sein.
„Wer war denn das?“ fragte Rasumichin, als sie auf die Straße hinaustraten.
„Es war Sswidrigailoff, derselbe Gutsbesitzer, in dessen Hause meine Schwester als Gouvernante Kränkungen dulden mußte. Weil er ihr nachstellte, verließ sie das Haus, von seiner Frau Marfa Petrowna hinausgejagt. Dieselbe Marfa Petrowna hat nachher Dunja um Verzeihung gebeten und ist jetzt plötzlich gestorben. Vorhin sprachen wir von ihr. Ich weiß nicht warum, aber ich fürchte diesen Menschen sehr. Er reiste sofort nach der Beerdigung seiner Frau hierher, ist sehr sonderbar und hat sich zu etwas entschlossen ... Er scheint etwas zu wissen ... Man muß Dunja vor ihm schützen ... und das wollte ich dir auch sagen, hörst du?“
„Schützen! Was kann er denn gegen Awdotja Romanowna vorhaben? Nun, ich danke dir, Rodja, daß du so zu mir sprichst ... Wir wollen sie schützen! ... Wo lebt er?“
„Ich weiß es nicht.“