„Wo steht hier die Geschichte vom armen Lazarus?“ fragte er.

Ssonja blickte unverwandt zu Boden und antwortete nicht. Sie stand ein wenig abgewandt vom Tische.

„Von der Auferstehung des Lazarus, wo ist es? Suche es mir, Ssonja.“

Sie sah ihn mit einem Seitenblick an.

„Nicht dort ... im vierten Evangelium steht es ...“ flüsterte sie streng, ohne sich ihm zu nähern.

„Suche es und lies es mir vor,“ sagte er, setzte sich, stützte die Ellbogen auf den Tisch, den Kopf in die Hand legend, blickte düster zur Seite und bereitete sich vor zuzuhören.

„Nach drei Wochen ist sie im städtischen Irrenhause! Ich werde vielleicht selbst auch dort sein, wenn es nicht noch schlimmer enden wird,“ murmelte er vor sich hin.

Ssonja trat unschlüssig an den Tisch, nachdem sie das sonderbare Verlangen Raskolnikoffs mißtrauisch gehört hatte. Sie nahm das Buch.

„Haben Sie es denn nicht gelesen?“ fragte sie und blickte ihn unter der Stirn hervor an. Ihre Stimme wurde immer ernster und ernster.

„Vor langer Zeit ... Als ich noch zur Schule ging. Lies!“