„Es hat stark gewirkt!“ murmelte Sswidrigailoff vor sich hin und sein Gesicht verdüsterte sich. – „Awdotja Romanowna, beruhigen Sie sich! Vergessen Sie nicht, daß er Freunde hat. Wir werden ihn retten, herausreißen. Wenn Sie es wollen, bringe ich ihn ins Ausland? Ich habe Geld; in drei Tagen verschaffe ich einen Reisepaß. Und was das anbetrifft, daß er getötet hat, so wird er noch so viel Gutes tun, so daß dies alles sich ausgleichen wird; beruhigen Sie sich. Er kann noch ein großer Mann werden. Wie geht’s mit Ihnen? Wie fühlen Sie sich?“
„Sie böser Mensch! Er verspottet es noch. Lassen Sie mich ...“
„Zu ihm. Wo ist er? Sie wissen es? Warum ist diese Tür verschlossen? Wir sind durch diese Tür hereingekommen und jetzt ist sie verschlossen. Wann haben Sie sie abschließen können?“
„Man konnte doch nicht durch alle Zimmer schreien, was wir hier sprachen. Ich spotte gar nicht; ich bin bloß überdrüssig, diese Sprache zu führen. Nun, wohin wollen Sie in diesem Zustande gehen? Oder wollen Sie ihn verraten? Sie bringen ihn in Wut und er wird sich selbst anzeigen. Sie sollen wissen, daß man ihn schon verfolgt, daß man auf seine Spur gekommen ist. Sie werden ihn bloß verraten. Warten Sie, – ich habe ihn gesehen und mit ihm soeben gesprochen; man kann ihn noch retten. Warten Sie, setzen Sie sich, überlegen wir es zusammen. Ich habe Sie auch darum gerufen, um mit Ihnen allein darüber zu sprechen und alles gut zu überlegen. Ja, setzen Sie sich doch!“
„Wie können Sie ihn retten? Kann man ihn denn retten?“
Dunja setzte sich. Sswidrigailoff setzte sich neben sie.
„Das alles hängt von Ihnen ab, von Ihnen, von Ihnen allein,“ begann er mit funkelnden Augen, fast im Flüstertone, verwirrt und manche Worte vor Erregung nicht aussprechend.
Dunja wich erschrocken vor ihm zurück. Er zitterte auch am ganzen Körper.
„Sie ... ein einziges Wort von Ihnen, und er ist gerettet! Ich ... ich werde ihn retten. Ich habe Geld und Freunde. Ich werde ihn sofort ins Ausland senden, ich selbst nehme den Reisepaß, zwei Reisepässe. Den einen für ihn, den anderen für mich. Ich habe Freunde; ich habe Geschäftsleute an der Hand ... Wollen Sie? Ich will auch für Sie einen Reisepaß nehmen ... für Ihre Mutter ... wozu brauchen Sie Rasumichin? Ich liebe Sie auch ... Ich liebe Sie grenzenlos. Lassen Sie mich den Saum Ihres Kleides küssen, lassen Sie mich! Lassen Sie mich! Ich kann nicht hören, wie es rauscht. Sagen Sie zu mir, – tue das, und ich will es tun! Ich will alles tun! Ich will das Unmöglichste tun! Woran Sie glauben, will ich auch glauben! Ich will alles, alles tun! Sehen Sie mich, sehen Sie mich nicht so an! Wissen Sie es auch, daß Sie mich töten ...“