Sswidrigailoff setzte sich auf das Sofa hin, etwa acht Schritte von Dunja entfernt. Für sie gab es nicht den geringsten Zweifel an seinem unerschütterlichen Entschlusse. Außerdem kannte sie ihn ...
Plötzlich holte sie aus ihrer Tasche einen Revolver hervor, spannte den Hahn und ließ die Hand mit dem Revolver auf den Tisch sinken. Sswidrigailoff sprang von seinem Platz auf.
„Aha! So ist die Geschichte!“ rief er verwundert aus und lächelte hämisch. „Nun, das ändert vollkommen die Sache! Sie erleichtern mir wesentlich die Sache, Awdotja Romanowna! Ja, woher haben Sie sich diesen Revolver verschafft? Etwa von Herrn Rasumichin? Bah! Der Revolver gehört ja mir! Ein alter Bekannter von mir! Und ich habe ihn damals so gesucht! ... Unser Schießunterricht auf dem Lande, den ich die Ehre hatte, zu erteilen, ist nicht unnütz gewesen.“
„Es ist nicht dein Revolver, sondern Marfa Petrownas, die du ermordet hast, du Bösewicht! Du hattest nichts eigenes in ihrem Hause. Ich nahm ihn, als ich zu ahnen begann, wozu du fähig bist. Wage bloß einen Schritt zu machen und ich schwöre dir, – ich erschieße dich!“
Dunja war außer sich. Den Revolver hielt sie bereit.
„Nun, und Ihr Bruder? Ich frage aus Neugier?“ sagte Sswidrigailoff und stand immer noch auf derselben Stelle.
„Zeige ihn an, wenn du willst! Nicht vom Platze! Rühr dich nicht! Ich werde schießen! Du hast deine Frau vergiftet, ich weiß es, du bist selbst ein Mörder!“
„Sind Sie fest davon überzeugt, daß ich Marfa Petrowna vergiftet habe?“
„Du hast! Du hast mir es selbst angedeutet; du hast mir von Gift gesprochen ... ich weiß, du hast dir Gift verschafft ... Du hattest alles vorbereitet ... Du hast es unbedingt getan ... Schuft!“
„Wenn es auch wahr wäre, so habe ich es doch deinetwegen ... du warst doch die Ursache!“