Dunetschka drückte ab, – die Waffe versagte!

„Sie haben nicht gut geladen. Tut nichts! Sie haben noch eine Patrone drin. Bringen Sie es in Ordnung, ich will warten.“

Er stand zwei Schritte vor ihr, wartete und sah sie voll wilder Entschlossenheit mit einem leidenschaftlichen und schweren Blicke an. Dunja begriff, daß er eher sterben würde, als daß er sie losließ. „Und sie ... wird ihn jetzt sicher auf zwei Schritte Entfernung töten! ...“

Plötzlich schleuderte sie den Revolver fort.

„Hat ihn fortgeworfen!“ sagte Sswidrigailoff und holte tief Atem. Etwas schien mit einem Male sich von seinem Herzen losgelöst zu haben, und es war vielleicht nicht bloß die Last der Todesangst, – es war auch fraglich, ob er sie in diesem Augenblicke empfunden hatte. Es war eine Erlösung von einem anderen, mehr kummervollen und düsteren Gefühle, das er selbst nicht in seiner ganzen Macht definieren konnte.

Er trat an Dunja heran und legte still seinen Arm um ihre Taille. Sie widersetzte sich ihm nicht, aber sie blickte ihn, am ganzen Körper wie ein Blatt bebend, mit flehenden Augen an. Er wollte etwas sagen, seine Lippen aber verzogen sich bloß und er konnte nichts sprechen.

„Laß mich!“ sagte Dunja flehend.

Sswidrigailoff zuckte zusammen, – dieses du war in einer anderen Weise, als vorhin, gesagt.

„Also du liebst mich nicht?“ fragte er leise.

Dunja schüttelte verneinend den Kopf.