Staat ist Kirche. Virchow. (Sehr wichtig.)
Der Unterschied zwischen uns und Europa.

Der Staat ist eine vorwiegend christliche Gesellschaft und hat die Tendenz, Kirche zu werden. In Europa ist es umgekehrt (einer der tiefen Unterschiede zwischen uns und Europa). Siehe die Rede Virchows („Nowoje Wremja“, Nr. 1745, 6. Januar 1881). Virchow erklärt, der Staat sei vorwiegend eine von Religion und Christentum freie Gesellschaft. So ist es in Frankreich (Gambetta). Unsere kleinen Dummköpfe haben die Formel des Westens sogleich aufgegriffen und in ihren Katechismus eingetragen. Bei uns aber, im russischen Volk, – uns ist sie bis ins Herz hinein fremd. Virchow fürchtet ganz einfach, die Christen könnten die Nichtchristen sogleich zu vernichten suchen. Im Gegenteil: der Geist des wahren Christentums ist – vollständige Glaubensfreiheit. Glaube freiwillig – das ist unsere Formel. Der Heiland ist vom Kreuz nicht herabgestiegen, weil er nicht gewaltsam durch ein äußeres Wunder bekehren, sondern gerade die Glaubensfreiheit wollte. Das ist der Geist des Christentums und auch unseres Volkes! Wenn es aber Abweichungen gibt, so bedauern wir es.

Meinen Kritikern.

Ich suche keine Ehren und werde nichts annehmen, und wahrlich ist es nicht meine Absicht, für meine Richtung mir Sterne zu erraffen.

Ich.

Ich bin wie Puschkin ein Diener des Zaren, weil seine Kinder, sein Volk, des Zaren Diener nicht verachten werden. Ich werde noch mehr sein Diener sein, wenn er wirklich glauben lernt, daß das Volk sich als seine Kinder fühlt. Ich weiß nicht, weshalb er es noch immer nicht recht glauben zu wollen scheint.

Volksschulen.

Zwei Kategorien von Volksschulen, in der ersten nur lesen; so gut es geht, auch schreiben (erlernen sie es – können sie Schreiber werden, sehr wenige werden es ganz verlernen) und die drei Gebete. Und dann die zweite Kategorie – gleichfalls für die Bauern – mit etwas höherem Lehrplan. Von dieser zweiten Kategorie vorläufig nur sehr wenige Schulen, denn wenn wir wenigstens die von der ersten ins Leben riefen, so wäre schon eine Kraft erzeugt. Wer lesen und schreiben kann – der vermag sich schon zu bewegen, der kann schon vorwärtskommen, der ist schon ausgerüstet und bewaffnet. Und Sie werden sehen, wie dann nach wenigen Jahren ganz von selbst die höheren Volksschulen entstehen werden: zunächst gilt es, die Lust zum Lernen hervorzurufen, dann wird das Verlangen nach weiterem Lernen und das Entstehen höherer Schulen nicht auf sich warten lassen. Bei uns aber soll alles plötzlich entstehen.

Der deutsche Junge (Pflicht), der russische Junge (zerfallene Familie).

Geschichte würde bei uns geistige Ideen wachrufen. Die geistigen Ideen des deutschen Jungen sind andere: seine Ordnung, seine Lebensweise, seine Nationalität. Bei uns aber, in unseren Familien ist nichts als Fäulnis. Hier könnte der Geschichtsunterricht rettend eingreifen und den Sinn des Jünglings wenigstens auf die historische Welt richten und somit von den abstrakten Phantastereien und dem ideellen Mischmasch, der die geistige Welt unserer Gesellschaft ausmacht, ablenken. Mit einem Wort, man hat nicht in nationalem Sinn gehandelt (der russische Junge ist entwicklungsfähiger als der Deutsche). Nur die Lehrer der Literatur könnte man kontrollieren, damit sie nicht liberale Absurditäten predigen.