„Hör’, wenn du auch nur ein einziges Mal, gleichviel mit welchem Wort, Nastassja Filippowna erwähnst, so werde ich dich, bei Gott, einfach zu Brei schlagen, und wenn du auch hundertmal mit Lichatschewitsch juchheit hast!“ rief knirschend Rogoshin, der plötzlich mit eisernem Griff des anderen Handgelenk gepackt hatte.

„Nur zu! Schlägst du mich, so wirst du mich nicht fortjagen. Schlag nur. Gerade damit erwirbst du dir meine Freundschaft. Hast du mich erst einmal durchgehauen, so hast du mich damit auch erworben ... Ah, da sind wir ja schon angekommen!“

Der Zug fuhr gerade in diesem Augenblick in den Bahnhof ein. Obgleich Rogoshin sich nach seinen Worten ganz heimlich aufgemacht hatte, wurde er doch von einer ganzen Schar Bekannter erwartet. Sobald sie ihn erblickt hatten, schrien sie ihm zu und schwenkten die Mützen.

„Sieh mal, auch Saljosheff ist hier!“ brummte Rogoshin, indem er sie mit triumphierendem und gleichwohl boshaftem Lächeln musterte, und plötzlich wandte er sich an den Fürsten. „Ich weiß nicht, weshalb ich dich liebgewonnen hab’, Fürst. Vielleicht, weil ich dich in einer solchen Stunde kennen gelernt habe, – aber ich habe ja auch diesen da kennen gelernt“ (er wies auf Lebedeff), „ohne ihn dabei liebzugewinnen. Komm zu mir, Fürst. Diese Stiebletten wollen wir dir schon abziehen, werde dir einen Marderpelz kaufen, den schönsten, den es nur gibt, werde dir einen Frack machen lassen vom teuersten Stoff, dazu eine weiße Weste oder was du sonst willst, die Taschen stopfe ich dir voll mit Geld und – fahren wir dann zu Nastassja Filippowna! Kommst du?“

„So hören Sie doch, Fürst Lew Nikolajewitsch!“ mischte sich Lebedeff eifrig dazwischen. „Greifen Sie zu, oh, greifen Sie zu! ...“

Fürst Myschkin erhob sich, bot Rogoshin höflich die Hand und sagte herzlich:

„Ich werde mit dem größten Vergnügen zu Ihnen kommen, und ich danke Ihnen dafür, daß Sie mich liebgewonnen haben. Vielleicht werde ich sogar heute schon kommen, wenn ich Zeit finde. Denn, ich sage es Ihnen aufrichtig, auch Sie haben mir sehr gefallen – namentlich, als Sie das von den Ohrringen erzählten. Ja sogar vor den Ohrringen gefielen Sie mir bereits, obschon Sie ein düsteres Gesicht haben. Auch danke ich Ihnen für die Kleider und den Pelz, die Sie mir schenken wollen, ich werde bald beides nötig haben. Geld jedoch habe ich im gegenwärtigen Augenblick fast keine Kopeke mehr, doch ...“

„Oh, Geld wirst du von mir bekommen, soviel du nur willst, zum Abend wird es schon da sein, komme nur zu mir!“

„Oh, Geld wird schon da sein,“ griff der Beamte sofort auf, „zum Abend, noch vor dem Abend wird es da sein!“

„Aber wie steht’s mit den Frauen, Fürst? Sind Sie ein großer Liebhaber des weiblichen Geschlechts? – das müssen Sie mir im voraus sagen.“