„Wollen Sie den Fürsten mit ihr bekannt machen?“ fragte Koljä.
„Jawohl, mein Freund, gewiß bekannt machen. General Iwolgin und Fürst Myschkin! Aber wie ... was sagt ... Marfa Borissowna?“
„Wissen Sie, Papa, es wäre besser, Sie gingen jetzt nicht zu ihr! Sie wird Sie zerreißen vor Wut! Sie haben sich drei Tage lang nicht gezeigt, sie aber wartet auf Geld. Weshalb haben Sie ihr denn wieder Geld versprochen? Das tun Sie immer wieder. Sehen Sie jetzt zu, wie Sie sich herausreden.“
Im vierten Stockwerk angelangt, machten sie vor einer niedrigen Tür halt. Dem General wurde ersichtlich bange, und er schob den Fürsten vor.
„Ich werde mich hier verstecken,“ flüsterte er, „um sie dann zu überraschen ...“
Koljä trat als erster ins Vorzimmer. Eine stark geschminkte und gepuderte Dame von etwa vierzig Jahren, in Pantoffeln und einer alten Hausjacke, die Haare in dünne Zöpfchen geflochten, blickte aus dem Zimmer durch die Türspalte und – die Überraschung des Generals fiel ins Wasser. Kaum hatte sie ihn erblickt, als sie auch schon ein großes Geschrei erhob.
„Da ist er, da ist er, dieser niedrige, dieser gemeine Mensch, das ahnte mein Herz!“
„Treten wir ein, das ist nur so,“ flüsterte der General noch harmlos lächelnd dem Fürsten zu.
Doch er täuschte sich sehr. Die Hausfrau ließ ihnen kaum Zeit, durch das dunkle, niedrige Vorzimmer in die „bessere Stube“ einzutreten – ein schmales Zimmer, in dem ein halbes Dutzend Rohrstühle und zwei einfache Tische standen –, als sie auch schon von neuem mit ihrer gleichsam eingeübt weinerlichen und ordinär klingenden Stimme fortfuhr:
„Und du schämst dich nicht, du schämst dich gar nicht, du Barbar und Tyrann meiner Familie, du Barbar und Heide! Bestohlen hast du mich bis aufs Letzte, all meine Säfte hast du mir ausgesogen, und immer hast du noch nicht genug! Wie lange werde ich dich noch ertragen, du schamloser, du ehrloser Mensch?“