Rogoshin war immer noch bleich, und von Zeit zu Zeit lief es wie ein plötzliches, kaum merkliches Zucken über sein Gesicht. Er hatte den Fürsten wohl aufgefordert, näher zu treten, doch seine ungewöhnliche Erregung und Verwirrung waren noch nicht vergangen. Während er den Fürsten zu einem der großen Lehnstühle am Tisch führte, blickte sich jener wie zufällig nach ihm um und blieb regungslos unter dem seltsamen Eindruck seines unbestimmbaren, schweren Blickes stehen. Es war dem Fürsten, als hätte ihn etwas durchbohrt, und gleichzeitig fühlte er sich an etwas erinnert – etwas Schweres, Finsteres, Düsteres ... vor ein paar Stunden Geschehenes. Regungslos, ohne sich zu setzen, blickte er Rogoshin unverwandt in die Augen; die waren im ersten Augenblick gleichsam noch mehr erglüht. Endlich lachte Rogoshin kurz und leise auf; doch aus diesem kurzen, fast lautlosen Lachen tönte eine gewisse Verwirrung hervor, lag etwas wie Verlorenes.
„Was siehst du mich so aufmerksam an?“ brummte er dann mit halblauter Stimme. „Setz dich!“
„Parfen,“ sagte er, „sage mir aufrichtig: Wußtest du, daß ich heute in Petersburg eintreffen würde?“
„Daß du kommen würdest, das hab’ ich mir gedacht, und da hab’ ich mich, wie du siehst, auch nicht geirrt,“ sagte jener mit ironischem Lächeln. „Aber wie sollte ich wissen, daß du gerade heute kommen würdest!“
Die gewisse schroffe Heftigkeit und seltsame Gereiztheit der Frage, die seine Antwort in sich schloß, machten den Fürsten noch stutziger.
„Und wenn du auch gewußt hast, daß ich heute kommen würde, weshalb braucht man sich denn da zu ärgern?“ fragte der Fürst leise und augenscheinlich verwirrt.
„Wozu stellst du denn diese Frage?“
„Als ich heute morgen aus dem Kupee stieg, sah ich ein Augenpaar, das genau so aussah und so blickte wie deine Augen, als du soeben hinter meinem Rücken auf mich sahst.“
„Sieh mal an! Wessen Augen waren denn das?“ fragte Rogoshin mißtrauisch.