„Wie düster es hier ist! Im Düstern sitzt du,“ sagte der Fürst, sich im Kabinett umschauend.

Es war das ein großes Zimmer mit hoher, dunkler Decke, und auch alles übrige war ziemlich dunkel gehalten. Das ganze Zimmer war voll von allerhand Möbelstücken: da waren große Arbeitstische, ein Pult und an den Wänden große Schränke, in denen verschiedene Geschäftspapiere und noch andere Papiere aufgestapelt lagen. Ein großes, breites Kanapee, das mit rotem Saffianleder überzogen war, diente Rogoshin augenscheinlich als Schlafstelle. Der Fürst bemerkte auf dem Tisch, an dem sie beide saßen, ein paar Bücher. Eines von denen, die Russische Geschichte Ssolowjoffs, war aufgeschlagen und mit einem Lesezeichen versehen. An den Wänden hingen in einstmals vergoldeten, doch nun matt und braun gewordenen Rahmen einige stark nachgedunkelte Ölgemälde, auf denen man nur schwer noch etwas unterscheiden konnte. Dagegen zog ein lebensgroßes Männerporträt sofort die Aufmerksamkeit des Fürsten auf sich: es stellte einen etwa fünfzigjährigen Mann dar in einem langschößigen Rock, der jedoch deutschen Schnitt verriet, mit zwei Medaillen auf der Brust, einem sehr spärlichen, kurzen, grauen Bart, runzligem und gelbem Gesicht und einem argwöhnischen, verschlossenen und leidenden Blick.

„Ist das nicht gar dein Vater?“ fragte der Fürst.

„Er selbst,“ antwortete Rogoshin mit einem unangenehmen einmaligen Auflachen, ganz, als hätte er sich im nächsten Augenblick irgendeinen unzeremoniellen Scherz über seinen verstorbenen Vater erlauben wollen.

„Er war doch kein Altgläubiger?“

„Nein, er ging in die Kirche; aber es ist schon wahr, er sagte, daß der alte Glaube richtiger sei. Die Skopzen hat er auch immer sehr geachtet. Das hier war ja sein Kabinett. Wozu hast du das gefragt, das von der Altgläubigkeit?“

„Wirst du die Hochzeit hier feiern?“

„Hi–ier,“ antwortete Rogoshin langsam, doch war er bei der unerwarteten Frage kaum merklich zusammengezuckt.

„Bald?“

„Du weißt doch selbst: hängt es denn von mir ab?“