Der Diener hätte diesen Gedanken zwar nicht so auszudrücken vermocht, wie der Fürst, verstand aber dennoch die Hauptsache sehr wohl, was man allein schon aus seiner gerührten Miene ersehen konnte.
„Wenn Sie nun einmal so gern rauchen,“ brummte er, „so können Sie es schließlich auch tun, bloß dann etwas schnell. Denn wenn ich plötzlich gefragt werde und Sie nicht da sind –? Hier, sehen Sie, unter der Treppe ist eine kleine Tür. Da gehen Sie nur durch und dann rechts in die Kammer. Dort können Sie rauchen, nur müssen Sie das Klappfenster aufmachen, denn es ist doch immerhin nicht in der Ordnung ...“
Doch noch bevor der Fürst sich erheben konnte, trat ein junger Mann mit Papieren unterm Arm ganz plötzlich ins Vorzimmer. Der Diener half ihm sofort, sich des Pelzes zu entledigen. Währenddessen musterte der Eingetretene den Fürsten möglichst unauffällig.
„Dieser Herr, Gawrila Ardalionytsch, bittet, ihn als Fürst Myschkin und Verwandten bei der gnädigen Frau anzumelden. Er ist soeben mit der Bahn aus dem Auslande gekommen, auch sein Reisebündel hat er bei sich, nur ...“
Das Weitere vernahm der Fürst nicht, denn der Diener begann zu flüstern. Der mit Gawrila Ardalionytsch angeredete junge Mann hörte ihm aufmerksam zu und blickte dann mit unverhohlener Neugier den Fürsten an, bis er schließlich den Diener stehen ließ und sich ihm näherte.
„Sie sind Fürst Myschkin?“ fragte er äußerst höflich und liebenswürdig.
Er war ein sehr gefälliger junger Mann, gleichfalls etwa achtundzwanzig Jahre alt, gut gewachsen, von mittlerer Größe, blond und mit einem kleinen Napoleonsbart. Sein Gesicht war klug und sehr hübsch. Nur sein Lächeln war bei aller Liebenswürdigkeit gewissermaßen allzu fein, die Zähne erschienen dabei von gar zu perlenartiger Gleichmäßigkeit, und sein Blick war trotz seiner ganzen heiteren, vielleicht etwas zur Schau getragenen Offenherzigkeit etwas gar zu aufmerksam und forschend.
„Wenn er allein ist, wird er vielleicht ganz anders blicken und vielleicht überhaupt nicht lachen,“ sagte sich der Fürst im stillen.
Fürst Myschkin wiederholte in kurzen Worten, was er bereits dem Diener und am Morgen im Kupee seinem Reisegefährten Rogoshin erzählt hatte. Gawrila Ardalionytsch schien sich inzwischen einer anderen Sache zu erinnern.
„Ach, dann waren Sie es vielleicht,“ unterbrach er ihn, „dann haben Sie vor etwa einem Jahre oder vor noch kürzerer Zeit einen Brief, – ich glaube, aus der Schweiz – an Jelisaweta Prokofjewna geschrieben?“