„Erlauben Sie,“ krächzte Hippolyt, „wird das nicht gar zu gefühlvoll werden? Wir sind keine Kinder. Sie wollten doch zur Sache kommen, die Uhr geht auf zehn, vergessen Sie das nicht.“
„Gewiß, gewiß, meine Herren,“ willigte der Fürst sogleich ein. „Nach dem ersten Mißtrauen sagte ich mir denn auch, daß ich mich täuschen und daß Pawlischtscheff vielleicht wirklich einen natürlichen Sohn haben könne. Mich wunderte nur sehr, daß dieser Sohn so leichtfertig, das heißt, Verzeihung, ich will sagen: so öffentlich das Geheimnis seiner Herkunft aufdeckt und vor allem seine Mutter nicht schont. Denn Tschebaroff drohte mir schon damals mit der Veröffentlichung ...“
„Welch eine Dummheit!“ rief Lebedeffs Neffe ärgerlich aus.
„Sie haben nicht das Recht ... haben nicht das Recht!“ stotterte fast schreiend Burdowskij.
„Der Sohn ist für die Handlungen seines Vaters nicht verantwortlich und die Mutter ist in diesem Fall unschuldig,“ erklärte Hippolyt.
„Um so mehr, denke ich, hätte er sie schonen sollen ...“ bemerkte der Fürst fast schüchtern.
„Sie sind nicht nur furchtbar naiv, Fürst, sondern sind noch etwas mehr,“ meinte Lebedeffs Neffe mit boshaftem Lachen.
„Und welches Recht hatten Sie? ...“ krächzte wieder mit seiner unnatürlichen Stimme Hippolyt.
„Überhaupt keines, überhaupt keines!“ kam ihm der Fürst eilig zuvor. „Darin haben Sie recht, das sehe ich vollkommen ein! Ich habe mir auch schon in demselben Augenblick, als ich es aussprach, gesagt, daß meine persönlichen Gefühle mit der Sache selbst nichts zu tun haben dürfen; denn wenn ich es einmal als meine Pflicht ansehe, Herrn Burdowskijs Forderung auf Grund meiner Pawlischtscheff schuldigen Dankbarkeit zu befriedigen, so muß ich es in jedem Fall tun, also gleichviel, ob ich Herrn Burdowskij achte oder nicht achte. Ich kam jetzt, meine Herren, nur deshalb darauf zu sprechen, weil es mir doch gar zu unnatürlich schien, daß der Sohn das Geheimnis seiner Mutter der Öffentlichkeit preisgibt ... Mit einem Wort, gerade daraus glaubte ich zu ersehen, daß Tschebaroff eine Kanaille sein müsse und er allein Herrn Burdowskij zu einer solchen Niedertracht bewogen haben könne.“
„Aber das ist ja nicht mehr zum Aushalten!“ ertönte es von den jungen Leuten, von denen drei sogar von ihren Plätzen aufsprangen.