„Können kann man alles. Namentlich in betrunkenem Zustande, wie Sie sich mit aller Aufrichtigkeit ausgedrückt haben, hochverehrter Fürst! Doch bitte ich, eines zu bedenken: wenn die Brieftasche beim Umkleiden aus der Rocktasche gefallen wäre, so müßte sie doch auf dem Fußboden liegen. Wenn sie nun aber da nicht liegt?“
„Haben Sie sie nicht irgendwohin fortgelegt, in einen Kasten vielleicht, oder in ein Schubfach?“
„Ich habe alles durchgesucht, überall nachgewühlt, um so mehr, als ich genau wußte, daß ich keinen einzigen Kasten geöffnet und kein Schubfach auch nur angerührt habe, dessen entsinne ich mich ganz genau.“
„Haben Sie auch im Schränkchen nachgesehen?“
„Versteht sich, dort ganz zuerst, und nicht nur einmal, sondern immer wieder ... Aber wie hätt’ ich’s denn ins Schränkchen tun können, mein aufrichtig hochverehrter Fürst?“
„Ich muß gestehen, Lebedeff, die Sache regt mich nicht wenig auf. Dann hat es vielleicht jemand auf dem Fußboden gefunden?“
„Oder in der Rocktasche entdeckt! Wir sind allerdings vor eine solche Alternative gestellt, wie Sie sehen!“
„Es regt mich tatsächlich auf, denn wer hätte es wohl sein können ... Das ist die Frage!“
„Ganz ohne allen Zweifel ist das die Frage! Sie bekunden ja heute eine wahrhaft erstaunliche Begabung im Finden treffender Worte und bezeichnender Gedanken, und ebenso in der klaren Darlegung der Sachlage, durchlauchtigster Fürst.“
„Ach, Lukjan Timofeïtsch, lassen Sie doch jetzt den Spott, hier ...“